„Pflicht zur Kastration“

Die Katzen fühlen sich wohl im Uelzener Tierheim – obwohl die Auslastung hoch ist.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. „Wir brauchen eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen.“ Die neue Vorsitzende des Uelzener Tierschutzvereins, der das Tierheim der Stadt betreibt, schlägt Alarm: „Wirmöchten jetzt unbedingt eine Katzenschutzverordnung durchsetzen“, kündigt Karin Rothe an und nennt als Beispiel eine entsprechende Vorschrift der Stadt Paderborn, die bundesweit als Vorreiter für einen solchen Schritt gilt.

Erste Gespräche mit Vertretern von Stadt, Kreis und Samtgemeinden sowie dem Veterinäramt seien sehr positiv verlaufen, freut sich Rothe. In den letzten drei Monaten konnte das Tierheim 47 Katzen an neue Besitzer vermitteln, dennoch leben immer noch mehr als 30 Katzen im Tierheim. Dazu kommen sechs Hunde, nachdem doppelt so viele in den letzten Wochen an neue Herrchen abgegeben werden konnten.

Rund drei Monate ist der neue Vorstand des Tierschutzvereins nun im Amt, nachdem im Sommer das Ehepaar Roboom nach jahrzehntelanger Tätigkeit in einer Art Handstreich auf der Jahreshauptversammlung abgewählt worden war – und mittlerweile gibt es zahlreiche Veränderungen im Uelzener Tierheim.

So haben die Verantwortlichen erstmals ein Notfalltelefon eingerichtet, um immer erreichbar zu sein. Herrenlos aufgefundene Tiere sind aber ausdrücklich kein Notfall, sie sollen weiter bei den jeweiligen Kommunen abgegeben werden.

88 neue Mitglieder hat der Tierschutzverein seit dem 15. August hinzugewonnen, die neue Vorsitzende wertet das als „Zustimmung für unsere Arbeit“.

Die Mitgliedsbeiträge geben ein Stück planerische Sicherheit: „Mit diesen regelmäßigen Einnahmen können wir dringend notwendige Ausgaben und Investitionen besser kalkulieren.“ Rothe hofft auf neue Mitstreiter, die Mitgliedschaft im Tierschutzverein kostet jährlich zwölf Euro.

Ein großer Wunsch der Vereinsführung ist der Neubau eines Hundehauses nach neuen Vorschriften „und modernen Erkenntnissen“, so die neue Vorsitzende.

Durch Geld- und Sachspenden von Uelzener Betrieben habe man das Büro und den Aufenthaltsraum des Tierheimes für die ehrenamtlichen Helfer renovieren und modernisieren können. „Die Gassigeher können sich nach den Spaziergängen mit den Tierheimhunden in hellen, freundlichen Aufenthaltsräumen mit ihren Schützlingen aufwärmen.“

Aktuell wünscht sich die Tierheim-Mannschaft stabile Hundeleinen von mindestens drei Metern Länge sowie Spezialfutter für Katzenbabys – und eben unbedingt die Katzenschutzverordnung, um die Situation zu entschärfen.

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