Peerfleesch

Presse, Rundfunk und Fernsehn hett sick de letzten Wochen mit dan Peerfleeschskandal beschäftigt. Ik kann nur doorto seggen, dat geiht up keene „Koohhut,“ is eene „Schweinerei,“ is „Hundsgemein!“ Andere Lüüd bedrägen, dat mutt hart bestraft warn.

In fröheren Tieden wör öwerall Peerfleesch äten. Jeden Dag in de Woch Fleesch äten, können sik veele Lüüd nich leisten. Peerfleesch wär billiger und dorüm wör dat kofft. Öwerall gäw dat Peerschlachter, oder wie man ok sä, „Rossschlachter.“

In, Lümborg und Winsen hüt noch. Wenn Johrmarkt wär, verkoffen se Peerwürstchen und Bratwost.

Bevör de Buurn Trecker krägen, harn de alle Peer. In uns lütt Döörp gäw dat 29 Peer. Sall aber hüt ok noch fast eene Million Peer in Dütschland gäben, vör allen Rietpeer und Pony’s . Wenn een Peerd old ward, halt de Peerschlachter jüm aff. Peerfleesch is je nich giftig und schmeckt mancheen ok. Hüt, so heff ik dat läst, sind dat nur noch 5 Prozent bi uns, de geern Peerfleesch äten doht. Up’n Johrmarkt is de Rossbratwost aber ümmer noch begehrt.

In Krieg wär Fleesch knapp, ok Peerfleesch, gäw nur up Lebensmittelkorten. Selbstversorger mössen sik, wenn se een Schwien schlachten wollen, von Bürgermeister eenen Schlachtschien halen. Je nach dem, woveel Personenzahl de Huushalt har, kreeg man de. Denn wör dat Schwien amtlich waagen und dat Gewicht indragen. Gäw aber ok Schwien de harn 8 Been und 2 Köpp. Heemlich wör noch een dorto schlacht.

Selbst Flüchlinge holen sik een Schwien. Fast alle Flüchlinge harn Karnickel, weil Fleesch knapp wär.

Dormit man odentlich veel Fleesch har, wör domals Kartüffel und Brötchen mit in de Mettwost rinmischt, In de Lewerwost kömen Hawerflocken mit rin.

Ton de Peerfleesch een Geschicht: Jan und Otto harn mal in Lotto gewunnen und wolln nu äten in vörnehmen Lokal. Mit Schlips und Kragen güngen se in een französischen Restaurant. De Ober wies jüm glieks eenen Platz an und broch de Speisekoort.

„So,“ seggt Otto, „door hebbt wie dat, steiht alles up französisch in up in de Kort, ick glöw ik nehm eerst Bouljon, dat weet ik, dat is je Hochtiedssupp. Wat mak ik nu, ik mag doch keen Fisch?“ Do süht he, wie de Mann an Naaberdisch een grood Steak itt. He seggt ton Ober: „Wie möchen geern een Glas Rotwien, denn Bouljon und wat de Herr dor äten deiht.“ „Kiek,“ seggt he, „brukst gornich Französisch können geiht doch ok so.“

De Ober bringt dan Rotwien, de Supp und een groodet Steak mit Klöße. Fein hett jüm dat schmeckt, se hebbt dan Töller rein schier äten.

Bi’n Betaalen, fragt Jan dan Ober: „Wat wär dat, wat se uns door serviert hebbt? Meen de Ober: „Se hebbt wat Godees bestellt, dat wat up’n Töller wär, wär von Peerd.“ „Alles?“ Otto springt hoch, „denn wärn de Klöße in de Schöttel von Peerd de Köt?.“ Wieder kööm he nich. „Nee,“ sä de Ober, „dat wärn Griesklüten.“

Meen Jan: „Mik knurrt de Magen, man sall doch vörher fragen. Schmeckt hett dat good. Vörher fragen is nich verkehrt, mit dat Fleesch von Peerd. Dat möt de Lüüd hüt wenn se Fertigprodukte Inköpen willt ok woll maken! Ok nu bi Eier und Ökoeier?“

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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