CDU schließt an Sitzen zur SPD auf / Grüne verlieren deutlich an Prozenten

Nach der Kommunalwahl: Patt im Uelzener Stadtrat

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Im Rathaus wurden die Wahlergebnisse gezeigt. Einwohner, Verwaltungsmitarbeiter und Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt verfolgten die Auszählung.

Uelzen. Auch wenn nach dem Auszählen von drei Wahlbezirken im Uelzener Stadt gestern am frühen Abend es viel zu früh für eine Prognose zum Abschneiden der SPD war, die ersten Zahlen stimmten die Genossen hoffnungsvoll.

Mit dem Wechsel von Ralf Munstermann und Herwig Maaß zur UWG waren den Sozialdemokraten zwei Zugpferde der letzten Kommunalwahl abhanden gekommen. Zwar bleibt die SPD von der Stimmenzahl stärkste Partei im Stadtrat und erhält 13 Sitze, doch die CDU schließt mit derselben Sitzzahl zu ihr auf. Künftig sitzen gleich acht Gruppierungen im Uelzener Stadtparlament. Alle sechs angetretenen Parteien und die Wählergemeinschaften UWG und WIR für Uelzen werden, Stand gestern Abend zu Redaktionsschluss, im Uelzener Parlament vertreten sein. Die CDU kommt mit Verlusten von rund 2,4 Prozent auf 32,56 Prozent. Die Grünen mussten ordentlich Federn lassen: Ein Minus von fast 6 Prozent. Damit landen sie zu Redaktionsschluss auf 9,69 Prozent und kommen noch auf vier Sitze. Camilla Burda, Stadträtin der Grünen: „Vor fünf Jahren hatten wir eine andere Situation im Weltgeschehen.“ Die Katastrophe von Fukushima habe das Ergebnis damals beeinflusst.

Horst Grunert

Einen solchen Effekt habe es nun nicht gegeben. In der nun endenden Legislaturperiode bildeten die Grünen eine Gruppe mit der CDU. Burda spricht von einer „erfolgreichen Arbeit“ in der Gruppe. Das sich gestellte Aufgabenpaket sei abgearbeitet worden. Für die Stadt habe die Gruppe damit viel bewegt. Für Furore sorgte bundesweit vor fünf Jahren die Piratenpartei. Inzwischen ist es ruhig um die Piraten geworden. Im Uelzener Stadtrat werden sie aber wohl auch künftig vertreten sein – mit einem Sitz. Ebenso wie die Linken (2,78 Prozent) und auch die FDP (2,62 Prozent). Beide Parteien waren in den vergangenen fünf Jahren nicht im Stadtrat. Horst Grünert, FDP-Bewerber für den Stadtrat: „Wir hatten damit gerechnet, jetzt in den Stadtrat einzuziehen. Die Resonanz bei Gesprächen hat uns zuversichtlich gestimmt.“

Jubel bei der SPD: Die Verluste hielten sich in Grenzen, man bleibt zumindest prozentual stärkste Kraft.

Bislang mit zwei Sitzen im Stadtrat vertreten war „WIR für Uelzen“. Vor fünf Jahren war die Wählergemeinschaft erstmals in den Stadtrat eingezogen. Gestern landete sie vor Redaktionsschluss bei 6,65 Prozent. Auch das entspricht zwei Sitzen. Susanne Niebuhr von WIR für Uelzen freute sich über den Zuspruch. „Wir werden weiter offen, ehrlich und konsequent arbeiten“, kündigte sie an. Wahlgewinner ist die UWG. Sie erreichte gestern Abend nach letztem Stand vor Redaktionsschluss 8,05 Prozent. Das entspricht einem Plus von rund 5,9 Prozent. „Das ist der größte Zuwachs bei der Stadtratswahl“, hält Ralf Munstermann fest. Ob sein Wechsel und der von Herwig Maaß zur UWG einen Anteil an dem Erfolg hatten, dazu konnte er gestern noch keine Aussage treffen.

Von Norman Reuter

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