Keine Pfarrstellen-Kürzung bis 2022

Pastoren im Kirchenkreis werden knapp

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Uelzen/Landkreis. Am Ende steht bei der Kirche dann doch immer die Hoffnung: „Der Bericht war bedrückend, aber nicht erdrückend“, sagte Propst Jörg Hagen am Mittwochabend beim evangelischen Kirchenkreistag in Hanstedt I.

Zuvor hatte Pastor Florian Moitje über die Arbeit des Zukunftsausschusses referiert. Fazit: Der Kirchenkreis und die ihm angehörenden Gemeinden werden in 15 Jahren aller Voraussicht nach andere sein.

Florian Moitje

Noch mehr als die Gesamtbevölkerung aufgrund des demografischen Wandels abnimmt, werde die Zahl der evangelisch-lutherischen Christen im Kirchenkreis sinken, so Moitje. Das unterfütterte er mit Statistiken. Ein Beispiel: Obwohl in Bienenbüttel die Gesamtbevölkerungszahl gestiegen sei, habe der Kirchenkreis in seiner Region Nord 20,5 Prozent der Mitglieder verloren. Moitje betonte jedoch: „Die Mitgliederentwicklung im Kirchenkreis Uelzen entspricht der durchschnittlichen Entwicklung in der Landeskirche.“ Unterm Strich dürfte nach Moitjes Darstellung die Zahl der Mitglieder im Kirchenkreis von aktuell 57 0 00 bis 2030 auf nur noch 48 000 sinken.

Ebenso dramatisch: Die Kirche kann nicht mehr ausreichend Pastorennachwuchs rekrutieren. Für den Kirchenkreis hieße das: Von den aktuell 22,25 Pastorenstellen (+Propst) lande man in 15 Jahren bei nur noch elf bis 14 Stellen. Folge: Kirchenkreis und Gemeinden müssen sich in den kommenden Jahren völlig neu aufstellen, wollen sie ihre Aufgaben weiter flächendeckend im Landkreis Uelzen wahrnehmen können. Moitje stellte einige Möglichkeiten vor: Zum Beispiel eine stärkere Schwerpunktbildung der Gemeinden (nicht mehr alles überall). Auch könnten die verbliebenen Geistlichen Expertenstellungen einnehmen (zum Beispiel für Seelsorge oder Jugendarbeit). Einzelne Kirchengemeinden könnten sich als Gesamtkirchengemeinden zusammenschließen. Ähnlich dem politischen Konstrukt Gemeinde/Samtgemeinde. Zur Neuausrichtung habe man erst einmal Zeit, trotz des aktuellen Sparzwangs seitens der Landeskirche. Der Kirchenkreis bekomme bis 2022 rund 360 000 Euro weniger aus Hannover. Dies hätte eigentlich schon jetzt Auswirkungen auf den neuen Stellenplan gehabt. Weil der Kirchenkreis Uelzen aber noch eine stattliche Sonderzuweisung der Landeskirche in Höhe von einer Million Euro auf dem Konto hat, kann die Unterfinanzierung aus diesem Topf aufgefangen werden. Der Kirchenkreistag beschloss somit, in den nächsten sechs Jahren keine Pfarrstellen zu kürzen.

Von Jens Schopp

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