Park-Schlupfloch geschlossen

Privatgelände – kaum ein Postkunde beachtete gestern das Schild.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. „Ab Montag, 20.09.2010 Privatparkplatz“ steht auf dem handgeschriebenen Schild, das an einem Bauzaun angebracht ist. Darunter hängt ein Halteverbotsschild. Doch der Parkplatz an der Uelzener Post ist voll wie eh und je. Von den Kunden, die Pakete wegbringen oder ihr Postfach leeren wollen, beachtet kaum einer das neue Verbotsschild, das seit gestern gültig ist. Und das signalisiert: Seit dieser Woche hat die Post in der Uhlenköperstadt keinen Kundenparkplatz mehr.

Den hatte sie eigentlich nie so richtig. denn die Stellplätze, die man von der Zufahrt Gartenstraße erreichen kann, gehören eigentlich zum alten kaiserlichen Postgebäude auf der gegenüberliegenden Seite, das seit längerem leer steht. Und dieses ehemalige Postgebäude gehört nicht etwa der Post, sondern der Telekom. „Die jetzt nicht mehr zur Verfügung stehenden Parkplätze waren bislang von der Post nicht angemietet“, sagt dazu Yvonne Hoberg von der Strabag AG, die für die Telekom die Gebäude verwaltet.

Und jetzt können diese Parkplätze auch nicht mehr angemietet werden, denn das alte Postamt samt Parkplätze wurde mittlerweile verkauft – „an einen privaten Investor aus dem Gesundheitswesen“, erklärt Hoberg. Nach AZ-Informationen handelt es sich beim Käufer um einen Arzt aus Hannover.

Derweil wurde offenbar auch das Personal im Postamt völlig überrascht von Bauzaun und Parkverbot. „Wir wissen auch nichts“, war die Antwort, wenn Kunden nachfragten.

Auch das aktuelle Quartier der Post gehört derweil der Telekom, die Deutsche Post AG hat es lediglich angemietet. Die Parkplätze seien zwar weg, die Post halte aber an diesem Standort fest, betont Sprecher Martin Grundler auf AZ-Nachfrage: „Wir bleiben da, da gibt es einen Mietvertrag“, so der Postsprecher. Dass man an Post-Standorten keine seperaten Kundenparkplätze habe, sei nicht unüblich, erklärt Grundler: „Es gibt viele Städte, in denen die Kunden den öffentlichen Parkraum nutzen müssen.“ Für Uelzener Postkunden bedeutet das: entweder einen Parkschein ziehen oder die Gartenstraße einige Meter weiter fahren, bis aus dem Parkschein- der Parkscheibenbereich wird. Doch für viele dürfte das keine ungewohnte Situation sein. Denn schon immer wurde der den Postkunden vorbehaltene Parkraum auch von anderen Besuchern der Innenstadt genutzt, die keinen Parkschein ziehen wollten. So war der Parkplatz knüppelvoll, obwohl im Schalterraum gähnende Leere herrschte...

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