Simone Strasburger ist neue Leiterin des Bildungsbüros für den Landkreis

Von Palästina nach Uelzen

Bei Simone Strasburger laufen jetzt die Fäden der Bildungsangebote im Landkreis Uelzen zusammen. Zuvor hat die 43-Jährige im Jemen und in Palästina gearbeitet. Die große Bildungskonferenz am 26. Juni in der Uhlenköperstadt ist die erste wichtige Aufgabe für sie. Foto: Schossadowski

Uelzen/Landkreis. An das norddeutsche Klima muss sich Simone Strasburger erst wieder gewöhnen. Und so kommt die Erkältung, die sie zurzeit plagt, auch nicht von ungefähr.

Denn die neue Leiterin des Bildungsbüros für den Landkreis Uelzen hat bis vor kurzem in deutlich wärmeren Gefilden gearbeitet: Der Jemen und Palästina waren in den vergangenen Jahren die beruflichen Stationen der 43-Jährigen. Nun befindet sich Strasburgers Arbeitsplatz im Uelzener Kreishaus.

Ihre Aufgabe ist, die verschiedenen Bildungsangebote im Kreis Uelzen zusammenzuführen und die Akteure zu vernetzen. „Gute Ideen und Ressourcen zu bündeln, das hat mich an dieser Stelle gereizt“, erklärt die neue Leiterin des Bildungsbüros, die in dieser Position auf Petra Haberland folgt. Und sie fügt schmunzelnd hinzu: „Das war übrigens die erste Bewerbung, die ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland abgeschickt habe.“

Aufgewachsen ist Strasburger im Südosten des Landkreises Uelzen, genauer gesagt in Könau. Nach dem Studium der Sozialpädagogik in Lüneburg arbeitete sie mehrere Jahre bei verschiedenen Bildungsträgern in Hamburg, bevor sie zu ganz neuen Ufern aufbrach: Vor fünf Jahren ging sie für den Deutschen Entwicklungsdienst in die jemenitische Hafenstadt Aden. Dort beriet sie das Ministerium für Berufsbildung.

2011 wechselte Strasburger nach Palästina, wo sie unter anderem das Arbeitsministerium der dortigen Autonomiebehörde in Bildungsfragen unterstützte. „Das war eine schöne Zeit. Ich habe gerne dort gelebt“, erinnert sich die 43-Jährige wehmütig an die beiden Auslandsstationen. Nur die unvorstellbare Hitze in Aden, in der bei fast jedem Schritt der Schweiß tropfte, wird sie nicht vermissen. „Trotzdem ist es mir schwergefallen, nach Deutschland zurückzukommen.“

Ein wichtiges Projekt in ihrer neuen Position ist die erste Bildungskonferenz für den Landkreis, die am Donnerstag, 26. Juni, ab 13.30 Uhr im Uelzener Lessing-Gymnasium stattfindet. Dabei sollen die verschiedenen Akteure im Bereich Bildung zusammengebracht und Kompetenzen gebündelt werden. Etwa 280 Institutionen und Einzelpersonen werden zu der Konferenz eingeladen. „Das Ziel ist, gemeinsam mit den Teilnehmern Themenbereiche zu identifizieren, die angegangen werden sollen“, erläutert Strasburger. Für weitergehende Fragen ist sie unter (05 81) 82 29 96 im Kreishaus erreichbar.

Bei ihrer künftigen Arbeit profitiere sie von ihren Erfahrungen im Ausland, erklärt Strasburger. „Man lernt dort, viel geduldiger mit den Bedingungen zu werden, die man vorfindet.“ Geduld ist nun auch in Uelzen gefragt, aber das nur in einer Hinsicht: Ihre Erkältung, eine Folge des kühlen norddeutschen Wetters, möchte sie so schnell wie möglich loswerden.

Von Bernd Schossadowski

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