100 Pakete für die Uelzer Tafel

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Gerard Minaard ist überwältigt: Die Schüler überreichten bergeweise Geschenke.

Uelzen – Von Barbara Kaiser. Das Wort „arm“ gilt in Deutschland noch als eine Art Tabu. Natürlich ist Armut relativ; Fakt bleibt jedoch, dass auf so manchen Gabentischen auch in diesem Landkreis nichts Überraschendes liegen wird, weil das Geld nur für das Notwendige reicht. Oft nicht einmal dafür.

Die Schülerinnen und Schüler der BBS II haben sich offenbar Gedanken gemacht darüber, obwohl, so sagt Schulsprecherin Kathrin Menke, die soziale Lage in diesem Land nicht im Lehrplan stehe. Aber: „Ausgehend von der Aktion ‘Weihnachten im Schuhkarton‘ waren wir der Meinung, wir können auch vor Ort helfen“, erklärt sie das Engagement.

Am Sonnabend übergaben Kathrin Menke, Sabrina Stephan und Sozialpädagogiklehrerin Tanja Thormann am Bohldamm rund 100 Päckchen an die „Uelzer Tafel“. Gerard Minnaard war hocherfreut und bedankte sich herzlich. Er und seine Mitarbeiter erwarteten am Nachmittag bei der letzten Ausgabe vor dem Fest einen Ansturm. So ein Päckchen sei eine schöne Beigabe, sagt er.

Von den circa 900 Schülern aller drei Standorte der BBS II haben sich an der Päckchen-Aktion schätzungsweise 600 beteiligt, resümiert Kathrin Menke, die mit ihrer Stellvertreterin Alexandra Eulitz die Idee hatte und alles organisierte. Es sind also quasi Gemeinschaftsüberraschungen.

Es gibt Spielsachen, Malzeug und Bücher. „Wir sind auch noch steigerungsfähig“, versichern die jungen Leute, denn im nächsten Jahr wollen sie auf jeden Fall weitermachen. „Weil es ein gutes Gefühl ist, abzugeben.“

Natürlich fanden sich auch Verweigerer, die sich dem Aufruf nicht anschlossen, die das Argument „Wir kriegen auch von niemandem etwas“, verinnerlicht haben. Die Mehrzahl der Schüler aber war bereit, abzugeben, zu helfen.

Genau 203 bedürftige Menschen besuchten die Ausgabe der „Tafel“ am Sonnabend. Es gab, neben den normalen Lebensmitteln die Weihnachtsüberraschung und eine von Lars-Jürgen Kudritzki gespendete Erbsensuppe. Der Fleischermeister aus Wrestedt führt damit die Tradition seines Vaters Jürgen weiter, der sich an allen karikativen Projekten, die Gerard Minnaard verantwortet, immer großherzig beteiligte.

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