Von Woche zu Woche

Uelzen bricht zu neuen Ufern auf

Nein, dieser Bürgermeister war nicht „nur“ ein Stadtoberhaupt. Otto Lukat verkörperte Uelzen wie kaum ein anderer. Insgesamt 34 Jahre spannte er seine Fäden zum Wohl der Stadt und wie fein gesponnen dieses Netzwerk mittlerweile ist, konnte man gestern bei den Reden der auswärtigen Gäste erahnen.

Und so war es gestern Mittag im Uelzener Rathaus auch nicht eine der üblichen Verabschiedungsveranstaltungen. Es war eine Feier, die geprägt war von Herzlichkeit, Verbundenheit, Dankbarkeit und auch Wehmut.

Die Ansprachen vermittelten auch einen Eindruck davon, wie nahe dieser Bürgermeister seinen Bürgern war, wie intensiv er für seine Stadt geworben und gewirkt hat. Er verlasse ein geordnetes Schiff, sagte Lukat in seinen Abschiedsworten – und damit hat er Recht. Und außerdem hinterlässt er große Fußstapfen.

In die tritt am 1. November Jürgen Markwardt. Es ist ein echter Generationswechsel auf dem Chefsessel im Rathaus, auf Otto Lukat folgt ein Mann mit neuen Ideen, vielleicht auch mit einer anderen Philosophie. Uelzen befindet sich nach der Entschuldung in einer Umbruchphase, jetzt würden die Weichen gestellt für die nächsten 10 bis 15 Jahre, hatte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge in seinem Grußwort gesagt. Mädge ist ein alter Hase im Geschäft, er weiß, was Markwardt jetzt zu wünschen ist: Neben Ideen braucht der neue Uelzener Bürgermeister auch Mut zu Entscheidungen, gute Beziehungen und auch Standfestigkeit. Hätte Otto Lukat diese Eigenschaften nicht besessen, gäbe es heute keine Ortsumgehung in Kirchweyhe, keine 28-Millionen-Euro-Überweisung des Landes für die Entschuldung der Stadt und der Metronom hätte seine Wartungshallen in Lüneburg errichtet.

Auch Jürgen Markwardt wird in naher Zukunft dicke Bretter bohren müssen: Die Diskussion um Grundschulschließungen ist bereits in vollem Gange, bei wichtigen Verkehrsprojekten wie der Y-Trasse der Bahn und dem geplanten Bau der Autobahn 39 muss Markwardt durch geschicktes Taktieren auch hinter den Kulissen Fäden ziehen. Uelzen brauche die A 39, um junge Menschen in der Region zu halten und ihnen eine Zukunft zu bieten, hat Otto Lukat seinem Nachfolger mit auf dem Weg gegeben. Ohne diese Autobahn werde man die Entwicklung der Stadt nicht adäquat fortführen können, hat auch Ulrich Mädge gesagt. Und Markwardt gleich noch empfohlen, auch in sparsamen Zeiten den Mut zu Investitionen zu haben. Wie auch immer – in der Stadt Uelzen bricht eine neue Ära an. Adios und danke, Otto Lukat!

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Koller

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