Ortsrat ist sauer auf die Stadtverwaltung

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Um das Tempo der Autos an den Ortseingängen wie hier in Molzen zu bremsen, sollten Fahrbahnteiler gebaut werden, fordert der Ortsrat. Doch die Stadt will deren Bau erneut verschieben.

Uelzen-Molzen - Von Bernd Schossadowski. Es ging um mehr Verkehrssicherheit, die schlechte Haushaltslage und um angeblich nicht erfüllte Zusagen seitens der Stadt Uelzen: Aus dieser Mischung entzündete sich im Ortsrat Masendorf/Molzen/Riestedt jetzt eine lebhafte Diskussion, bei der nicht mit Kritik an der Stadtverwaltung gespart wurde. Anlass war die Ankündigung von Finanz-Fachbereichsleiter Harald Regner, dass auch im Haushaltsplan-Entwurf 2011 keine Mittel für den Bau von Fahrbahnteilern an den Ortseingängen der drei Dörfer vorgesehen sind.

Ortsratsmitglied Henning Gröfke (CDU) hält das für eine „Frechheit“. Die Errichtung der verkehrsberuhigenden Teiler habe eigentlich zusammen mit dem Bau der Kreisel in Molzen und Riestedt erfolgen sollen. Doch während die beiden Kreisverkehre 2009 eingerichtet wurden, verschob die Stadt den Bau der insgesamt vier Fahrbahnteiler bis heute. Das kann Gröfke nicht verstehen. „Die Kreisel sind doch deutlich günstiger geworden als ursprünglich geplant“, sagte er. Das bestätigte Regner: Statt der angesetzten 75 000 Euro habe die Baumaßnahme letztlich nur 51 600 Euro gekostet. „Da wären die Mittel für die Fahrbahnteiler noch genau drin gewesen“, betonte Gröfke. Denn diese würden laut damaliger Kalkulation etwa 25 000 Euro kosten.

„Das Ganze ist eine halbfertige Sache“, meinte auch Rüdiger Bratz (SPD). In die gleiche Kerbe schlug sein Parteikollege Wilhelm Spangenberg. Er erinnerte daran, dass es ein Gesamtkonzept gab, das sowohl die beiden Kreisel als auch die Fahrbahnteiler für die drei Orte beinhaltete. „Und dann wurden wir aufs nächste Jahr vertröstet“, kritisierte Spangenberg. Noch sinnvoller wäre aus seiner Sicht aber die Installation von Blitzern an den Ortseingängen von Masendorf, Molzen und Riestedt. „Aber anscheinend hat bei der Stadt niemand Interesse daran, diese Dinge ernsthaft anzugehen“, mutmaßte er.

Die Verwaltung habe die Prioritäten falsch gewählt, befand Ariane Schmäschke (Grüne). Zuerst hätten die Fahrbahnteiler gebaut werden sollen und danach die Kreisel. „Das war eine schlechte Sache“, sagte sie, zumal der Molzener Kreisel nicht die erhoffte Verkehrsberuhigung gebracht habe. Letztlich sprach sich der Ortsrat einstimmig dafür aus, 25 000 Euro in den Haushalt 2011 für die Fahrbahnteiler einzustellen. Doch ob der Stadtrat dieser Empfehlung angesichts der Uelzener Haushaltslage folgt, ist fraglich.

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