Heinz-Werner Lehmann wird künftig seine Soirees in der Hansestadt anbieten

Opern-Abende im Uelzener Bahnhof

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Heinz-Werner Lehmann wird bei den Opernsoirees nicht nur Ausschnitte aus Inszenierungen von CDs abspielen, er wird auch selbst Werke zu Gehör bringen.

Uelzen. Zwei Herzen schlagen in seiner Brust: Das eines Kaufmannes und eines Opernsängers. Als junger Mann hat Heinz-Werner Lehmann sich nach einer Gesangsausbildung für das Geschäft mit Versicherungen entschieden. Das war eine pragmatische Entscheidung, wie er erzählt.

Mit dem Ruhestand begann er seine „Kunden“ als Sänger und Opernkenner zu suchen. Künftig will er das nun wieder auch in Uelzen tun. Seine Opernsoirees werden künftig im Hundertwasser-Bahnhof zu erleben sein.

Wenn die „Königin der Nacht“ in Mozarts Zauberflöte ihren Auftritt hat und die Töne in die Höhe schraubt oder wenn Parsifal den Gralskönig Amfortas mit dem Speer erlöst und dabei singt „Nur eine Waffe taugt – die Wunde schliess“, dann gehört der 72-Jährige zu jenen, die ihrer Begeisterung für eine Opernaufführung Ausdruck verleihen, indem sie im Theater oder Opernsaal „Bravo“ rufen. Lehmann scheut aber auch nicht zu buhen, wenn Gesang und Inszenierung seiner Auffassung nach unterirdisch sind. Opern sind für ihn ein emotionales Erlebnis. Er will andere daran teilhaben lassen, sagt er. „Ich möchte es weitergeben.“

So bietet er Opernreisen zu Aufführungen an, schreibt Opernführer, führt bei Übertragungen von Opern aus der Metropolitan Opera in New York ins Uelzener Kino in die Werke ein und in den Wintermonaten stellt er auch Opern vor – indem er nicht nur über das Werk erzählt oder Ausschnitte aus Inszenierungen abspielt, sondern auch Stücke selbst singt.

Vor der neuen Saison der Opernsoirees, die am 15. September starten wird, entschied er sich für einen Ortswechsel. Über viele Jahre bot er die Opern-Abende in Bad Bevensen an. Das Gros der Besucher stammt aus Uelzen. Ihnen will er es künftig einfacher machen, seine Soirees zu besuchen. Vor allem, wenn im Winter die Straßenverhältnisse schwierig sind. Mit dem Seminarraum im Hundertwasser-Bahnhof hat er einen Ort mit der richtigen Größe, Akustik und auch einer Gastronomie in unmittelbarer Nähe gefunden.

Heinz-Werner Lehmann komponiert sein Programm: Schwere Kost wechselt mit „leichteren“ Werken. Besucher müssten bei ihm aber keine Scheu haben, wenn wenig Verdauliches auf dem Programm stünde, sagt Lehmann. Der 72-Jährige weiß viele Anekdoten zu Aufführungen zu erzählen.

Von Norman Reuter

Das neue Programm:


15. September, 19 Uhr Carmen von Bizet

6. Oktober, 19 Uhr Verismo als Veristische Oper

3. November, 19 Uhr Die weiße Dame von Boildieu

1. Dezember, 19 Uhr Hänsel und Gretel von Humperdinck

5. Januar, 19 Uhr Ernani von Verdi

2. Februar, 19 Uhr Die verkaufte Braut von Smetana

2. März, 19 Uhr Rienzi von Wagner

6. April, 19 Uhr Arabella von Richard Strauß

4. Mai, 19 Uhr Die Regimentstochter von Donizetti

1. Juni, 19 Uhr Placido Domingo und Luciano Pavarotti

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