Weiter Probleme mit Sauberkeit der Instrumente / Besteck-Austausch soll Ende Februar stattfinden

Uelzens Operateure unter Druck

70 Prozent der Instrumente (Symbolfoto) waren nach Angaben von Helios reparaturbedürftig, als man das Uelzener Klinikum vom Rhön- Konzern übernahm. Jetzt sollen sämtliche Bestecke ausgetauscht werden.
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70 Prozent der Instrumente (Symbolfoto) waren nach Angaben von Helios reparaturbedürftig, als man das Uelzener Klinikum vom Rhön- Konzern übernahm. Jetzt sollen sämtliche Bestecke ausgetauscht werden.

Uelzen. Das Uelzener Helios-Klinikum hat sein Hygiene-Problem bei OP-Instrumenten offenbar auch nach Monaten noch nicht im Griff: Nach AZ-Informationen werden weiterhin unmittelbar vor Eingriffen Bestecke aussortiert, weil sie womöglich nicht hygienischen Standards entsprechen.

Die klinikeigene Sterilisation in Uelzen war Anfang vergangenen Jahres geschlossen worden, aktuell werden die Instrumente im Helios-Klinikum Hildesheim gereinigt. Operateure in Uelzen beklagen seitdem, dass an eigentlich gereinigten Bestecken noch Blut- und Gewebereste von der Vor-OP kleben (AZ berichtete).

Ein Vorgang vom 14. Januar 2016 zeigt, wie sehr das Personal angesichts dieser Situation offenbar unter Druck steht. Vor einer Operation, die bereits eingeleitet war, wurde bei der Vorab-Überprüfung der Instrumente eine Auffälligkeit an einer Bohrhülse (einer Führschiene zum Schutz des umliegenden Gewebes) festgestellt. Das Personal habe daraufhin einen Hygieniker eingeschaltet und ein eigens veranlasster Hygiene-Schnelltest habe ein unauffälliges Ergebnis gebracht, hatte Helios-Sprecherin Ulrike Grönefeld vergangenen Mittwoch auf AZ-Nachfrage erklärt. Alle „Sterilisationsindikatoren“ seien erfüllt gewesen, darauf sei die Operation mit der Bohrhülse durchgeführt worden.

Auf konkrete Nachfrage, um was für einen Hygiene-Schnelltest es sich gehandelt habe, gab die Klinikleitung einen Tag später eine andere Version des Vorgangs: Einen Hygiene-Schnelltest vorab habe es nicht gegeben, die Bohrhülse sei auch nicht eingesetzt worden. „Der Gewebeschutz kann auch durch das Weghalten des Gewebes mit einer Pinzette erfolgen“, erklärt Klinik-Geschäftsführer Stefan Starke. Erst nach dem Eingriff habe man für die Dokumentation einen bakteriologischen Abstrich der Bohrhülse genommen, der von einem externen Labor untersucht wurde. Das Ergebnis: Die Bohrhülse war steril. [...]

Von Thomas Mitzlaff

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