Wichern-Haus stellt sich neu auf: Anbau und Kooperation mit Heiligen-Geist-Stift

Der Weg zum offenen Heim

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Schwester Mariya Voß-Melnyk und Christiane Meyne im Gespräch: Eine Vergrößerung des Wichern-Hauses kommt nach Aussage des Heimleiters und des Geschäftsführers auch den Mitarbeitern und Bewohnern zugute.

Uelzen. Dem Wichern-Haus steht eine große Entwicklung bevor: 2,4 Millionen Euro will das Evangelische Alten- und Pflegeheim Uelzen in einen Anbau auf dem eigenen Grundstück an der Niendorfer Straße investieren, um dort künftig eine Abteilung mit 30 Plätzen speziell für Demenzerkrankte einzurichten.

Das berichten Geschäftsführer Bernt Renzenbrink und Heimleiter Michael Möller. Ein Großteil werde aus Eigenmitteln aufgebracht, der übrige Anteil über Darlehen, Stiftungen, das Diakonische Werk und die Landeskirche.

Zudem soll eine weitere Summe, deren Höhe noch nicht feststeht, in die Sanierung des bestehenden Gebäudes gesteckt werden. Dazu gehören eine Modernisierung des Sanitärbereichs und der Umbau von etwa neun Doppelzimmern zu Komfort-Einzelzimmern.

Haben große Pläne: Geschäftsführer Bernt Renzenbrink (links) und Heimleiter Michael Möller.

Doch nicht nur baulich haben die beiden eine Vergrößerung vor: Heimleiter Möller ist bereits Chef des Wichern-Hauses und des Heiligen-Geist-Stifts. Künftig sollen beide Uelzener Betreibergesellschaften, die zum Diakonischen Werk Niedersachsen gehören, unter einem Dach geführt werden. Der Verein und die Stiftung sollen weiterhin jeweils erhalten bleiben, aber zu einem Regionalverbund zusammengelegt werden. Somit sei es möglich, einzelne Aufgaben, die sich zurzeit an den Standorten unnötig doppeln, zu verbinden und bestimmte Kosten zu senken, wie Renzenbrink erläutert.

Die Zusammenarbeit der beiden gGmbHs habe auch den Vorteil, „sich als attraktiver Arbeitgeber darzustellen“, erklärt Möller. Noch sei im Wichern-Haus der drohende Fachkräftemangel im Bereich Pflege nicht zu spüren, aber falls es sich so entwickeln sollte, wie vielfach prophezeit, sei es von Vorteil, sich als großes Haus mit mindestens 140 Mitarbeitern zu präsentieren. Zudem sei die Besetzung von weiteren Stellen für den neuen Demenz-Bereich geplant.

Mit der künftigen Größenordnung sieht er als Arbeitgeber auch die Möglichkeit, seinen Mitarbeitern neue Modelle anzubieten, zum Beispiel eine Tagesmutter einzusetzen für diejenigen, die morgens um sechs Uhr in den Arbeitstag starten und Probleme hätten, ihren Nachwuchs betreuen zu lassen, erläutert er.

Von den Veränderungen werden auch Heimbewohner und die übrige Bevölkerung etwas spüren, stellen Renzenbrink und Möller in Aussicht. Sie werden von Studenten der Leuphana-Universität danach befragt, welchen Bedarf sie haben. Fest steht für Renzenbrink und Möller: „Es ist wichtig, sich zu öffnen“ – vom geschlossenen Heim zum offenen Haus. Derzeit stellen sie sich dazu einen Mittagstisch auch für Menschen von außerhalb vor und ein kulturelles Angebot wie Lesungen oder Ausstellungen.

Die abschließenden finanziellen Beratungen laufen noch. Im nächsten Jahr sollen die Baumaßnahmen auf dem Grundstück beginnen.

Von Diane Baatani

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