Sozialausschuss berät über Transportmöglichkeiten für Kohle zur Obdachlosenunterkunft

Ofen-Unglück beschäftigt Politik

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Die richtige Nutzung der Öfen: Neue Anwohner werden entsprechend belehrt.

Uelzen. Nach der Kohlenmonoxidvergiftung von zwei Bewohnern in der Obdachlosenunterkunft Im Böh hat die Stadt Uelzen die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Wie auch schon zuvor werden neue Anwohner mündlich darüber belehrt, wie die Kohle-Öfen in den Wohneinheiten richtig genutzt werden. Nun müssen diese Personen zusätzlich ein Merkblatt darüber unterzeichnen.

SPD-Ratsfrau Karin Mühlenberg aus dem städtischen Sozialausschuss hatte auf der jüngsten Sitzung gefragt, wie die Bewohner ihr Heizmaterial nach Hause befördern und dazu angeregt, über eine Unterstützung für den Transport nachzudenken, damit diese nicht in Versuchung geraten, vorhandenen Müll zu verheizen. Nach Angaben anderer Ausschussmitglieder biete die Regionalbus Braunschweig GmbH bereits den Service an, dort zu halten. Die Idee, den Menschen einen Bollerwagen von Seiten der Stadt zur Verfügung zu stellen, hält der Erste Stadtrat Jürgen Markwardt für schwer umzusetzen. „Das bekommen wir finanziert, es ist aber die Frage, wie oft wir darüber diskutieren müssen, wo der Bollerwagen ist“, sagte er. „Die Unterkunft ist eine Durchgangsstation, sie soll keine Endstation sein, sondern zu einer normalen Unterkunft in der Gesellschaft verhelfen.“ Vielmehr fördere die Maßnahme, selbst Kohle oder Holz zu beschaffen, die Selbstständigkeit der Menschen. Er hatte dem Ausschuss darüber berichtet, dass der 41-jährige Mann und seine 54 Jahre alte Bekannte im März „durch fahrlässiges Selbstverschulden“ bei einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung ums Leben kamen (AZ berichtete). „Fakt ist, dass der Bewohner zusammen mit der Frau den Ofen unsachgemäß beheizt hat“, erklärte Markwardt. „Unter anderem wurde dort auch eine Menge Plastik verheizt.“ Somit entstand eine Verunreinigung des Zugrohrs, das zum Schornstein führt. Trotz regelmäßiger Kontrolle der Anlagen, zuletzt im Februar, waren an dem Tag im März giftige Gase daraufhin nicht abgezogen, sondern in den Wohnraum gedrungen. „Das war ein Einzelfall und wird hoffentlich ein Einzelfall bleiben“, sagte Markwardt.

Von Diane Baatani

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