Eigentümer plant im Uhlenköperpark neu Kaufland, Schuh-Geschäft, Imbiss und Paketshop

Objekt ist „in die Jahre gekommen“

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Die Verkehrsführung am Uhlenköperpark soll verändert werden, ebenso die Farbe des Eingangsbereichs und die Größe des Verbrauchermarktes: Die Hahn-Gruppe, zu der Kaufland gehört, plant nach AZ-Informationen einen Markt auf 3400 Quadratmetern.

Uelzen. 75 Minuten dauert es gestern hinter verschlossenen Türen – die Öffentlichkeit wartet. Anschließend wird den Einwohnern ein Beispiel mangelhafter Transparenz präsentiert.

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Der Bauausschuss der Stadt Uelzen wurde am Donnerstagabend über die Pläne der Stadtverwaltung zum Uhlenköperpark in nicht öffentlicher Sitzung informiert, zum Teil im Beisein von Vertretern des Eigentümers, der Hahn-Gruppe. Als anschließend die Öffentlichkeit in den Saal gelassen wurde, stimmte die Politik über den Bebauungsplan am Uhlenköperpark und somit auch über die Größe des künftigen Kauflands im Erdgeschoss ab – ohne dass der Vorschlag der Verwaltung schriftlich vorlag oder für die Öffentlichkeit ausformuliert wurde. Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull geht auf AZ-Nachfrage davon aus, dass die Hahn-Gruppe nun ihre Klage gegen die Stadt zurückziehen wird, da diese auch nach fünf Monaten noch nicht auf die Bauvoranfrage reagiert hatte.

„Soll ich dazu jetzt überhaupt noch was sagen?“ – so begann der Abend für die geduldigen Zuhörer, die wegen der langen Wartezeit das Rathaus noch nicht vorzeitig verlassen hatten. Dann wurde doch noch etwas gesagt – in hohem Tempo legte die Bauabteilung ihre Argumente für eine Veränderung des Bebauungsplans dar. Die eigentliche Frage nach der umstrittenen Größe von Kaufland blieb bis zum Ende der Sitzung offen.

„Das Objekt ist in die Jahre gekommen, und den Kunden und Besuchern kann schon länger kein zeitgemäßer Aufenthalt mehr geboten werden.“ Das geht aus dem bisherigen Konzept der Hahn-Gruppe hervor, das den Stadtratsmitgliedern vorgelegt wurde. Demnach soll das künftig umgestaltete Einkaufszentrum auch zur „Bereicherung“ der Uelzener Innenstadt beitragen. Die Hahn-Gruppe will am 1. März mit den Umbaumaßnahmen für den Verbrauchermarkt beginnen. Die Hahn-Gruppe zieht derzeit für ihre Immobilie ein kritisches Fazit: Der Passage fehle ein einheitliches Konzept sowie „überfrachtete Gänge, Leerstände und ungenutzter Raum prägen das aktuelle Erscheinungsbild“. Die Außenfassaden sollen aufgewertet werden und die Eingangsbereiche farbig akzentuiert. Neben dem Verbrauchermarkt mit Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Möbeln sowie Elektrowaren soll der Baumarkt erhalten bleiben und der Bäcker mit einem Café samt Außenterrasse attraktiver gestaltet werden. Ein Friseur, ein Imbiss, ein Tabakladen mit Postshop und ein Schuh-Geschäft – möglicherweise bleibt es doch bei einer Filiale, die dort auch bislang ansässig war – sowie ein weiteres Bekleidungsgeschäft sind geplant. Für das Obergeschoss soll sich nichts ändern.

Auf einer Größe von 3750 Quadratmetern könnte Kaufland die Existenz anderer Supermärkte gefährden, diese Bedenken hatten Politiker zuvor geäußert. Nach dem neuen Kompromiss – nach AZ-Informationen entsteht Kaufland auf 3400 Quadratmetern – sei das nicht der Fall, erklärt Scheele-Krogull. In öffentlicher Sitzung schwieg dazu die Politik.

Von Diane Baatani

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