Ober- und Gesamtschulen?

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CDU und SPD suchen den „regionalen Schulfrieden“ im Landkreis.

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Die Kreistagsfraktionen von CDU und SPD haben auf ihren Haushaltsklausurtagungen am Wochenende wichtige Weichenstellungen für die künftige Schulstruktur im Landkreis vorgenommen.

Bei beiden großen Fraktionen besteht der Wille, mit der von der Landesregierung geplanten neuen Schulform Oberschule möglichst viele Schulstandorte im ländlichen Raum zu erhalten. Die CDU/FDP-Mehrheitsgruppe im Kreistag beschloss auf ihrer Klausur, die Haupt- und Realschulen in Ebstorf, Bodenteich, Suderburg und Rosche bereits ab dem nächsten Schuljahr, spätestens jedoch 2012 in Oberschulen umzuwandeln. Voraussetzung sei, dass bei den Schulen der Wille dafür bestehe. „In Ebstorf und Bodenteich halten wir angesichts der Schülerzahlen auch einen Gymnasialzweig für möglich“, erklärte der schulpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Martin Oesterley. Auch die SPD-Kreistagsfraktion steht der Oberschule offen gegenüber. „Wir sind gespannt auf die gesetzliche Ausarbeitung“, sagte deren Schulpolitikerin Ivonne Großmann-Daniel. SPD Fraktionsvorsitzender Jacques Voigtländer schätzt ein, „dass die Oberschule den Samtgemeinden bei der Aufrechterhaltung des Schulangebotes durchaus hilft“. Die Sozialdemokraten halten zudem in der Stadt Uelzen die Gründung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) für sinnvoll, die als Angebotsschule auch von Kindern von außerhalb der Kreisstadt besucht werden könne. Aus der SPD heraus ist bereits eine Elternbefragung, die gezielt Schulformen und -standorte zum Inhalt hat, angeregt worden. Dieser Befragung wollen sich auch die Christdemokraten nicht verschließen. Sie müsste aber im gesamten Landkreis erfolgen. CDU-Schulpolitiker Oesterley betonte indes, dass bei einer IGS in Uelzen nicht beide Realschulstandorte in der Stadt zu halten sein werden: „Man muss dann auch sagen, welche Schule man platt machen will.“ Als Alternative kann er sich in der Stadt auch eine Oberschule mit einem sehr starken integrativen Ansatz vorstellen, indem bis auf die Kernfächer der Unterricht schulformübergreifend erteilt wird. Einmütig hatte sich bereits am Donnerstagabend der CDU-Kreisparteitag für „eine zeitnahe Einführung“ von Oberschulen in Bad Bodenteich, Ebstorf, Rosche und Suderburg ausgesprochen. Diese „sehr flexible neue Schulform“ biete „ideale Voraussetzungen, sich auf den langfristigen Rückgang der Schülerzahlen einzurichten und gleichzeitig durch ein umfassendes Zusammenwirken vor Ort ein attraktives Schulangebot zu haben, mit dem die Schulstandorte zukunftsfähig gemacht werden können“, argumentieren die Christdemokraten. Die Optionen auf eine IGS in Uelzen und Oberschulen in den ländlichen Schulstandorten sollen einen „regionalen Schulfrieden ermöglichen“, bekräftigte SPD-Fraktionschef Voigtländer. Die kreisweite Befragung sei „ein Angebot an die Eltern“. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Peter Hallier plädierte für eine Schulstandortdiskussion „frei von jeder parteipolitischen Ideologie“: „Der Elternwille ist für mich entscheidend.“ Sollte es kein ausreichendes Eltern-Interesse für eine Integrierte Gesamtschule geben, „dann ist das eben so“, pflichtete ihm Voigtländer bei. Sie können diesen Text im Internet direkt kommentieren:

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