Trotz niedriger Zinsen tragen Uelzener Geld zur Bank

Heute ist Weltspartag: Notgroschen nicht aus dem Trend

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Sparschwein oder Sparbuch? Nach wie vor werden von Uelzenern nicht nur Büchsen mit Geld „gefüttert“, sondern auch Beträge auf Sparbücher eingezahlt – trotz niedriger Zinsen.

Uelzen. Herwig Fenske ist 81 Jahre alt. Zeit seines Lebens spart er. „Jeden Monat lege ich einen Anteil auf die hohe Kante. Ich kenne das gar nicht anders“, erzählt der Senior. Er sei immer gut damit gefahren.

Wenn das Auto bockte, ein Urlaub anstand oder die Heizungsrechnung höher ausfiel als erwartet, hatte er einen Notgroschen, der ihn rettete. So wie Fenske halten es auch viele andere Uelzener. Sparen liegt im Kreis noch im Trend – trotz Zeiten niedriger Zinsen.

Nico Neumann, Pressesprecher der Volksbank Uelzen-Salzwedel, spricht sogar von einer „Renaissance des Sparens“. Vor der Wirtschaftskrise, die vor sechs Jahren ihren Höhepunkt hatte, hätten Kunden verstärkt Geld in Fonds angelegt. Nach dem Finanzcrash würden weniger Kunden risikobehaftetere Anlageformen nutzen. Stattdessen werde nun Geld auf Konten und auf Sparbüchern eingezahlt, so Neumann. Im persönlichen Gespräch mit den Kunden erläutere die Bank dann mögliche weitere Anlageformen, um Renditewünschen nachzukommen.

Das Sparbuch hat also längst noch nicht ausgedient. Ein Umstand, auf den auch die Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg gegenüber der AZ hinweist. Das rote Sparkassenbuch werde immer noch gerne nachgefragt, weil Sicherheit wichtig sei, sagt Wilhelm Bauck, Direktor Vertriebsmanagement im Finanzhaus. Die Sparquote, also der Anteil eines Einkommens von Uelzenern, der auf die hohe Kante gelegt wird, ist allerdings leicht rückläufig, informiert er. Dies sei ein bundesweit zu verzeichnender Trend bei den Sparkassen. Die Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg bilde dabei keine Ausnahme.

Was die Bereitschaft betrifft, Geld in Fonds und Wertpapieren anzulegen, um angesichts der Zinslage Renditen zu generieren, so weiß Bauck, dass sogenannte Sparpläne zunehmend nachgefragt würden. Dabei werden Gelder auf verschiedene Anlageformen und Fonds verteilt und so das Risiko von Ausfällen minimiert.

Von Norman Reuter

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