Die „Notbremse“ zog nicht

Sogar in einer Eisdiele wollte sich Arthur Bohnstedt einquartieren, nachdem ihm die Standlizenz entzogen worden war – auch das hatte die Stadt abgelehnt.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Uelzen. Auf dem Uelzener Weihnachtsmarkt ist heute schon Halbzeit, doch für Arthur Bohnstedt fängt der Weihnachtszauber 2010 heute erst an.

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Mit der Spedition will er abklären, dass die Bude im Verlauf des Tages aufgestellt wird, mit dem Thüringer Lieferanten seiner Bratwürstchen steht er in Verhandlungen, am morgigen Donnerstag soll die Holzkohle glühen. Knapp zwei Wochen hat er verpasst, erst das Verwaltungsgericht ebnete ihm gestern endgültig den Weg auf den Markt. Jetzt noch loszulegen, ist ein finanzielles Risiko, weiß Bohnstedt, zumal der angeordnete Standortwechsel von einer 1a-Lage vor die alte Kaufhalle eine deutliche Verschlechterung darstelle. Doch er will es wagen: „Zum einen, weil ich das meiner Kundschaft einfach schuldig bin, zum anderen, damit ich einfach dran bleibe an den Uelzener Märkten“, erklärt er.

Noch immer ist er fassungslos, dass die Stadt ihm drei Stunden vor dem Budenaufbau telefonisch die Lizenz entzogen hatte. Ja, einen Aufbautermin habe er verpasst und mit Markt-Organisator Andreas Matuschak liege er im Dauerclinch, „aber deshalb können die mir doch nicht meine Existenzgrundlage entziehen“.

Dass er und seine Original Thüringer sogar den ordnungsgemäßen Ablauf des Uelzener Weihnachtsmarktes gefährden sollen, kann Arthur Bohnstedt immer noch nicht glauben. So hatte die Stadtverwaltung ihre „Notbremse“ begründet, die sie am 25. November gezogen hatte. Diese Argumentation wollte Dezernent Herbert Blödorn gestern nicht kommentieren, „wie Sie das deuten, ist Ihre Sache“, beschien er der AZ und verwies auf das „nach wie vor schwebende Verfahren“.

Allerdings will die Stadt die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes zum Anlass nehmen, ihre Marktsatzung zu überarbeiten. „Das hatten wir ohnehin schon vor angesichts aktueller Rechtssprechung“, erklärt Blödorn. Insofern könne er sich durchaus vorstellen, das Bohnstedt-Verfahren bis zum Ende weiter zu verfolgen, auch wenn ein Urteil erst im nächsten Jahr fallen würde: „So eine Entscheidung kann nützlich sein, weil wir dann konkret Hinweise für unsere örtliche Situation zugeschnitten bekommen und keine abstrakte Rechtssprechung zu Rate ziehen müssen.“

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