Nach schwierigem Geschäftsjahr raus aus der Talsohle

Nordzucker AG will wieder wachsen

+
Nordzucker will seine Mengenplanung bei den Rüben künftig marktorientiert ausrichten.

Uelzen/Braunschweig. Eine Verkleinerung des Aufsichtsrates, die Zahlung einer Dividende von zehn Cent pro Aktie – das waren zwei zentrale Entscheidungen auf der Hauptversammlung der Nordzucker AG in Braunschweig.

Die Nordzucker betreibt ihr größtes Werk in Uelzen – rund 50 Prozent des Zuckers für den Einzelhandel werden hier produziert.

Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Christian Koehler aus Barum im Kreis Uelzen unterstrich vor den rund 200 Aktionären die Bedeutung von Effizienz und Wachstum für die Zukunft des Unternehmens: „Nordzucker steuert finanziell stark und gut vorbereitet in den neuen EU-Markt ohne Zuckerquoten und Rübenmindestpreise.“ Dazu seien der Fokus auf Effizienz in allen Bereichen sowie die Sicherung des Rübenanbaus durch neue attraktive Vertragsmodelle im Konzern richtungsweisende Schritte.

Auf der Tagesordnung stand auch die Schaffung eines genehmigten Kapitals von bis zu maximal 11,1 Prozent des derzeit bestehenden Grundkapitals. Dieser Schritt sei „ein wichtiges Signal, um mit der nötigen Flexibilität das angestrebte Wachstum auch umsetzen zu können“, unterstrich Koehler.

Die Zustimmung zur Verkleinerung des Aufsichtsrates wertete der Aufsichtsratsvorsitzende als ein Beitrag zu mehr Effizienz, zu schlankeren und schnelleren Entscheidungen, bei denen die hochprofessionelle Arbeit des Gremiums im Vordergrund stehe, nicht die Anzahl der Mandate.

Zuvor hatten der Vorstandsvorsitzende Hartwig Fuchs und seine Vorstandskollegen die Ergebnissituation sowie den Ausblick auf das bereits laufende Geschäftsjahr erläutert. Im Geschäftsjahr 2015/16 verringerte sich der Umsatz um mehr als 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,607 Milliarden Euro. Mit einem operativen Ergebnis von 16 Millionen Euro (26 Mio. Euro) musste Nordzucker einen weiteren deutlichen Rückgang verkraften, konnte sich aber – entgegen den Erwartungen am Geschäftsjahresbeginn – in der Gewinnzone halten.

Mit den neuen Vertragssystemen bleibt der Rübenanbau auch ab 2017 attraktiv, so Fuchs. Die Mengenplanung wird künftig marktorientiert ausgerichtet. In Deutschland ist die Vertragszeichnung für 2017 bereits abgeschlossen. Dabei kam es zu einer Überzeichnung der angebotenen Mengen.

In Lagerkapazitäten und Energieeinsparung wird Nordzucker im laufenden Geschäftsjahr insgesamt 82 Millionen Euro investieren. Zudem soll mit der Einführung von Lean-Management-Methoden die Effizienz in allen Bereichen und Prozessen gesteigert werden.

Nordzucker geht für das Geschäftsjahr 2016/17 insgesamt von einer Umsatzentwicklung leicht über dem Vorjahr bei einem gleichzeitig erheblich besseren Ergebnis aus. Das Unternehmen will weiter wachsen. „Stehenbleiben reicht nicht. Wir werden künftige Engagements im Zuckerbereich innerhalb und außerhalb Europas sehr genau prüfen und unsere Chancen nutzen“, erklärte Hartwig Fuchs.

Die Hauptversammlung bekräftigte den Kurs des Unternehmens und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat. Zudem billigten die Aktionäre den Dividendenvorschlag von 0,10 Euro je Stückaktie. Insgesamt werden rund 4,8 Millionen Euro ausgeschüttet.

Kommentare