Vor genau einem Jahr

Als es im Zucker-Silo brannte: die Feuersäule über Uelzen

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Erst stiegen nur Rauchschwaden auf, ab 14.30 Uhr flackerten erste Flammen. Das Feuer griff dann auf das ganze Dach über. Eine Feuersäule war über Uelzen zu sehen.

Uelzen. Mitte Oktober soll wieder Zucker in das Silo 9 rieseln. Bis dahin läuft der Wiederaufbau noch.

Heute, genau zwölf Monate, nachdem meterhoch die Flammen aus dem Dach des Baus auf dem Gelände des Uelzener Nordzucker-Werkes schlugen, ist eine neue Bedeckung aber schon wieder zu sehen. Was die Brandursache war, ist weiter ungeklärt, so Nordzucker auf AZ-Anfrage.

Ein Jahr nach dem Brand: Das Silo hat ein neues Dach bekommen. Der Teil der Zuführbrücke, der abgestürzt war, ist erneuert worden.

Es ist kurz nach 14 Uhr, als die Wehren am 26. Juni 2014 ausrücken – wegen Rauchentwicklung an der Zuführbrücke, mit der der Zucker von der Produktion über Fließbänder zur Lagerung zu den Silos transportiert wird. Minuten später sind bereits mit bloßem Auge erste Flammen zu sehen, gegen 15 Uhr steht das Dach im Vollbrand. Um 16.55 Uhr stürzt es zusammen mit Teilen der Zuführbrücke ein. Jetzt lodert das Feuer im Betontrichter, in dem sich 40 000 Tonnen Zucker befinden – zu dieser Zeit überschlagen sich die Meldungen. Es herrscht Explosionsgefahr, weil durch eine Verwirbelung von Zucker Druck aufgebaut werden könnte. Der Zugverkehr wird eingestellt, weil Dachteile auf Oberleitungen fielen.

Den etwa 100 Feuerwehrkräften, die zum Silo eilten, sind die Hände gebunden. Mit vorhandener Technik ist es nicht möglich, Wasser in das 80 Meter hohe Silo zu bringen. Helikopter werden geordert, die Wasser aus dem Elbe-Seitenkanal über das Silo ablassen. Mehr als 2000 Liter fallen in den Trichter.

Würde es wieder zu einem Brand in dem Silo kommen, müsste in gleicher Weise vorgegangen werden, sagt Uelzens Ortsbrandmeister Reiner Seidel. Die Auswertung des Einsatzes habe ergeben, anders als aus der Luft, sei dem Feuer nicht beizukommen gewesen. Bei der Messe Interschutz, auf der alle fünf Jahre neue Feuerwehrtechnik vorgestellt wird, hat Jürgen Kaune, Uelzens stellvertretender Ortsbrandmeister, vor wenigen Wochen eine Wasserkanone mit einer Teleskopstange von 103 Metern gesehen. Mit ihr wäre eine Bekämpfung möglich gewesen. „Mit 63 Tonnen Gewicht ist sie auf deutschen Straßen aber gar nicht zu transportieren“, so Kaune.

Auch am Tag nach dem Brandausbruch lassen Helikopter noch Wasser ab.

Nordzuckers Vorstandsvorsitzender Hartwig Fuchs hatte, als noch die letzten Wasserladungen vor einem Jahr über das Silo gekippt wurden, zur möglichen Schadenshöhen gesagt: Das werde ein Schlag ins Kontor. Abschließend könne noch keine Aussage zu der Schadenssumme gemacht werden, weil Arbeiten noch laufen würden, so Nordzucker gestern. Das Unternehmen gehe aber von einem Betrag „im mittleren zweistelligen Millionenbereich“ aus.

Weitere Bilder vom Großeinsatz

Feuer bei Nordzucker in Uelzen

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