Pressekonferenz des Unternehmens zum Brand in Uelzen

Nordzucker: Löscharbeiten werden gegen Abend beendet

+

(Update: 16.20 Uhr ) Uelzen. Der Großbrand auf dem Gelände des Uelzener Nordzucker Werkes ist weitgehend eingedämmt. Die Einsätzkräfte der Feuerwehren beabsichtigen am Freitagabend vom Gelände des Uelzener Nordzuckerwerkes abzurücken.

Das sagte Hartwig Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Nordzucker Ag, bei einer Pressekonferenz am Nachmittag in Uelzen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden das Unternehmen wie auch die Einsatzkräfte davon ausgehen, dass es im Silo keine Glutnester mehr gebe, so Fuchs. Diese Erkenntnis stütze sich auf Überflüge mit Hubschraubern, die gemacht worden seien. Auch eine Kamera-Drohne der Kreis-Feuerwehr Lüchow-Dannenberg kam zum Einsatz.

Noch am Vormittag hatten nach einem Ausbruch eines Brandes am Vortag Hubschreiber Wasser aus Tanks über das Silo abgelassen. Mittlerweile wird durch ein Schott am Fuß des Silos Zucker abgelassen.

Großbrand bei Nordzucker in Uelzen

"Die Lage hat sich entschärft, die Gefahr ist gebannt", berichtet auch Matthias Vogel, Pressesprecher der Feuerwehr Uelzen. Somit wurde der Lösch-Einsatz aus der Luft bereits am frühen Nachmittag beendet. Der Hubschrauber kehrt nach Berlin zurück.

Hubschrauber bis Freitagmittag im Lösch-Einsatz

Den gesamten Vormittag über haben die Beamten aus Berlin versucht, Brandnester im Silo der Uelzener Zuckerfabrik zu löschen. Sie nahmen dazu Wasser aus dem Elbe-Seitenkanal auf und leerten 17 Mal den 2000-Liter-Tank über dem Silo, berichtet Pilot Mathias Bissel ím AZ-Gespräch.

Am Donnerstagabend waren zwei Hubschrauber der Bundespolizei zum Löschen im Einsatz. Insgesamt warfen sie rund 60 Mal jeweils 2000 Liter Wasser ab.

Die Polizei begann am Freitag mit einer Tatortgruppe erste Spuren am Brandherd zu sichern. Außerdem werden Mitarbeiter im Werk befragt, sagte Polizeisprecher Kai Richter. Ein offenes Feuer war am Freitagmittag nicht mehr zu sehen, teilte die Uelzener Feuerwehr mit.

Der Zugverkehr läuft seit Freitagmorgen wieder planmäßig. Die Bahnstrecke war Donnerstagnachmittag zeitweise voll gesperrt, Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Feuer bricht Donnerstag gegen 14 Uhr aus

Am Donnerstag gegen 14 Uhr war es erst nur grauer Rauch, der aus der Zuführbrücke auf dem Gelände des Uelzener Nordzucker-Werks emporsteigt. Minuten später schlagen aus dem Dach des erst im vergangenen Sommer fertiggestellten Zuckersilos Flammen – eine meterhohe schwarze Rauchwolke steigt in den Himmel. Warum im oberen Bereich des Silos ein Großbrand ausbrach, ist nach wie vor unklar. Es gibt lediglich Spekulationen: Weder ein technischer Defekt noch eine fahrlässige Brandursache kann ausgeschlossen werden.

Fest steht bereits jetzt, dass der Schaden in die Millionenhöhe geht. Denn am Donnerstagnachmittag haben sich die Flammen bereits so weit durch das mit etwa 40 000 Tonnen Zucker gefüllte Silo gefressen, dass dessen Dach und die Zufuhrbrücke gegen 16.55 Uhr einstürzen. Auch das benachbarte ältere Silo wird beschädigt – dort ist ein Teil der Brücke hineingekracht. Menschen seien bei dem Brand jedoch nicht zu Schaden gekommen, sagt Christoph Paul, Sprecher der Feuerwehr der Stadt Uelzen, auf AZ-Anfrage.

Lesen Sie auch:

AZ-Blitz: Feuer bei Nordzucker

Nordzucker-Sprecherin Tanja Schneider-Diehl spricht am frühen Abend von einer „ernsten Situation“. Der Vorstand des Unternehmens sei von Braunschweig nach Uelzen aufgebrochen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Dort sind mehr als 100 Kräfte zahlreicher Feuerwehren aus dem Landkreis Uelzen im Einsatz. Aufgrund der Einsturzgefahr des 14 Millionen Euro teuren Silos gestalten sich die Löscharbeiten in 82 Metern Höhe jedoch äußerst schwierig. Zwei Hubschrauber der Bundespolizei mit Löschwasser sowie ein Teleskop-Löschkran von Airbus werden angefordert. Mit Wasser aus dem Elbe-Seiten-Kanal wird der Brand bis in den Abend hinein bekämpft.

Explosionsgefahr erschwert Löscharbeiten am Donnerstagnachmittag

Es besteht zeitweise Explosionsgefahr. Deshalb wird die Umgebung in einem Radius von 150 Metern aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Das betrifft auch das Uelzener Tierheim, dessen vierbeinige Bewohner evakuiert werden. Gesperrt sind auch die Nordallee und die nahe gelegene Bahnstrecke. Dort haben herumfliegende Trümmer aus dem Silo Teile der Oberleitung vor dem Hundertwasser-Bahnhof zerstört, erklärt Björn Pamperin, Pressesprecher des Eisenbahnunternehmens Metronom.

Die Folge: In beiden Richtungen fährt der Metronom seit dem Nachmittag mit Verspätungen in Uelzen ab. Für Züge in Richtung Hamburg wird ein Ersatzverkehr mit Bussen bis Bad Bevensen eingerichtet, ebenso in umgekehrter Richtung. „Die massiven Einschränkungen werden voraussichtlich bis Freitagmittag andauern“, sagt Pamperin. Betroffen von den Sperrungen ist auch die Deutsche Bahn: Die Züge des Fernverkehrs werden zwischen Hamburg und Hannover über Rotenburg umgeleitet.

Von Bernd Schossadowski,  Norman Reuter und Diane Baatani

Video vom Nordzucker-Brand

Beginn der Aufräumarbeiten

Mehr zum Thema

Kommentare