Noch 70 Impfdosen übrig

Das Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg hat den Impfstoff gegen die Schweinegrippe mangels Nachfrage im vergangenen Winter nicht aufgebraucht. Für die kommende Grippesaison gibt es nun einen neuen Wirkstoff.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Die Neue Influenza, auch Schweinegrippe genannt, hat den Kreis Uelzen deutlich weniger getroffen als ursprünglich befürchtet. Diese Bilanz stellt Dr. Gerhard Wermes, Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, vor der demnächst erwarteten neuen Grippesaison vor. Insgesamt 195 Fälle von Schweinegrippe seien im vergangenen Winter in den Kreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg gemeldet worden, sagt Wermes. Hinzu komme eine größere Dunkelziffer.

In beiden Landkreisen hat das Gesundheitsamt rund 400 Menschen gegen die Neue Influenza geimpft. „In unseren Kühlschränken lagern noch etwa 70 nicht verbrauchte Impfdosen“, berichtet der Mediziner. Es habe sich ausgezahlt, dass das Gesundheitsamt den Wirkstoff immer nur in kleineren Mengen bestellt habe. „Sollte es jetzt noch Abnehmer dafür geben, würden wir ihn wieder zurückgeben“, sagt Wermes.

Die Kosten für die Impfdosen übernimmt im Übrigen nicht der Kreis, sondern das Land Niedersachsen. Auch Ärzten und Apothekern, bei denen noch Restbestände des Wirkstoffes lagern, entstehen keine Kosten.

Der Schweinegrippe-Impfstoff von 2009 ist etwa zwei Jahre haltbar. Experten raten aber dazu, ihn nun nicht mehr zu verwenden. Denn in diesem Jahr gibt es einen neuen Impfstoff, der sowohl vor der Neuen Influenza als auch vor der gewöhnlichen Grippe schützen soll. „Dank dieser Kombination reicht eine einzige Impfung aus“, erklärt Wermes. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sei den aktuellen Impfstoffen in der Regel kein Wirkverstärker zugesetzt worden.

Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO kürzlich die Pandemie-Warnstufe zurückgenommen hat, warnt Wermes davor, die Schweingrippe zu unterschätzen. „Internationale Organisationen gehen davon aus, dass das Virus H1N1, das die Schweinegrippe hervorruft, auch im Herbst und Winter in Deutschland auftritt“, erklärt Wermes. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch weitere Virustypen verbreiten. Deshalb empfiehlt Wermes allen Risikogruppen, sich impfen zu lassen.

Dazu gehören Menschen über 60 Jahren, aber auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an chronischen Erkrankungen leiden, zudem Menschen mit einer HIV-Infektion oder angeborenen Immundefekten, Schwangere, Bewohner von Alten-Pflegeheimen, medizinisches Personal und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen.

Wermes geht davon aus, dass bei Personen, die sich im vorigen Jahr gegen die Schweinegrippe impfen ließen, auch für die kommende nass-kalte Jahreszeit ein gewisser Schutz vor diesem Virustyp besteht. Dagegen biete die letztjährige H1N1-Impfung gegen die nun zu erwartende gewöhnliche Grippe keinen Schutz.

Die aktuelle Impfung sollte möglichst im Herbst erfolgen, rät Wermes. Danach dauere es etwa 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut habe. „Es ist daher wichtig, sich bereits vor dem Beginn einer Grippewelle impfen zu lassen“, betont der Mediziner.

Das sei bei jedem niedergelassenen Arzt möglich, in der Regel bei Allgemeinmedizinern, Internisten, Kinder- und Frauenärzten. Auch das Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg bietet Grippe-Impfungen an, überdies viele Arbeitgeber durch ihre Betriebsärzte.

Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Grippe-Impfungen nur für Personen, die zu Risikogruppen gehören. Alle anderen Versicherten, die sich impfen lassen wollen, müssten dies selbst zahlen, sagt Wermes. „Das kostet etwa 25 Euro pro Impfung“, schätzt er. Eine Praxisgebühr werde dafür jedoch nicht erhoben.

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