Es bleibt mild, aber zur Monatsmitte könnte arktische Kaltluft einströmen

Nimmt Winter neuen Anlauf?

Zurzeit ist es noch mehr nass als kalt – doch das könnte sich zur Monatsmitte ändern. Foto: dpa

Uelzen/Landkreis. Nach einer langen Reihe sehr milder Tage stellt sich fast schon die Schicksalsfrage für den Winter. Schlüsseltag ist der 6. Januar (Dreikönigstag), von dem es heißt: „Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch keiner (kein strenger) mehr dahinter.

“ Hintergrund ist die statistisch belegbare Erfahrung, dass auf einen zu milden Dezember bis zum 6. Januar, längstens bis 10. Januar, in 70 Prozent aller Fälle ein ebenfalls zu milder Januar und zu 60 Prozent auch ein zu milder Februar folgen. Da der Dezember weder deutlich zu warm noch zu kalt war, hilft die Regel diesmal nicht weiter.

Nach den weiterführenden Vorhersagen der Wetterdienste stehen die Signale für den Winter zunächst auf „weiter so“. Einziger Unterschied: Durch ein Hoch, das sich von Frankreich über Deutschland legt, halten sich die Niederschläge ab Montag endlich mal zurück. Bis Mittwoch hat dann die Sonne gewisse Chancen, die jedoch gegen eine steigende Neigung zu Nebel und Hochnebel antreten muss. Ab Wochenmitte wird es dann schon wieder wechselhafter. Die Temperaturen bleiben zunächst noch unwinterlich, allerdings mit sinkender Tendenz zum zweiten Januarwochenende und ersten möglichen Nachtfrösten ab Freitag. Dann wird es spannend: Die atlantischen Westwinde schwächen sich ab und in Richtung Mitte Januar könnte der Winter sogar mit arktischer Kaltluft aus Skandinavien und Osteuropa einen neuen Anlauf starten. Dieses Szenario ist aber noch reichlich unsicher.

Der Dezember hatte zwischen Aller und Elbe zwei Gesichter. Ein winterliches in den ersten und zweiten Monatsdritteln und ein fast frühlingshaft mildes im letzten Drittel. Dabei stellte sich wie in jedem Jahr die spannende Frage nach grüner oder weißer Weihnacht.

Noch bis zum 19. Dezember waren die Berechnungen der verschiedenen Wettermodelle völlig unklar. Grund war eine markante Luftmassengrenze, die sich ab dem 21. Dezember etwa zwischen Weser und Elbe bilden sollte. An ihr standen sich russische Kaltluft im Nordosten und subtropische Meeresluft im Südwesten direkt gegenüber.

Außergewöhnlich lange war fraglich, welche der beiden Luftmassen sich bei uns durchsetzen und das Weihnachtswetter bestimmen würde. Erst am 20. Dezember, also einen Tag vor der erwarteten Formierung der Luftmassengrenze, legten sich die Wettermodelle einheitlich auf grüne Weihnachten in Nordostniedersachsen fest. Diese Prognose wurde von dem aus Südwesten anrennenden subtropischen Weihnachtstauwetters mit Werten um 12 Grad, wie fast in jedem Jahr, punktgenau an Heiligabend und am Erstfeiertag umgesetzt.

Von Weihnachten bis zum Jahreswechsel blieb es dann derart mild, dass trotz der vorherigen Winterkälte der Dezember im Elberaum nur geringfügig zu kalt, in der Südheide nahezu ein Grad zu mild ausfiel. Niederschläge in fester oder flüssiger Form rieselten oder fielen in Nordostniedersachsen um 25 bis 50 Prozent zu viel, während sich die Sonne rund 20 Prozent weniger zeigte, als zu erwarten gewesen wäre.

• Das Wetterjahr 2012 für Uelzen im Vergleich zum Klimamittel (1961-1990): Mitteltemperatur 9,2˚C (Abw. +0,7˚C), Niederschlag: 584 mm (94% v. Soll), Sonne 1529 Stunden (103% v. Soll).

Von Reinhard Zakrzewski

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