Von Woche zu Woche

Nicht der große Wurf

Bernd Schossadowski

Neue Ideen zur Energie-Einsparung und CO2-Reduzierung in Uelzen: Damit hatten sich seit vergangenem Herbst mehrere Arbeitsgruppen und eine Klimaschutz-Werkstatt beschäftigt.

Die Tatsache, dass sich etwa hundert Bürger bei diesem wichtigen Zukunftsthema eingebracht haben, ist erfreulich. Doch was dem Uelzener Stadt- planungsausschuss nun als Klimaschutzkonzept vorgestellt wurde, ist leider nicht der große Wurf.

Einen Katalog von 27 Maßnahmen präsentierten das Büro KoRiS und der Energieberater Benedikt Siepe. Auch wenn einige der Vorschläge sinnvoll sind, ist doch nicht viel Neues dabei herausgekommen. Windkraft, Solarenergie, Blockheizkraftwerke und die Restholz-Nutzung sollen ausgebaut werden. Es sind altbekannte Forderungen, die auf breite Zustimmung stoßen, für die es aber nicht eigens einer aufwändigen Konzept-Erstellung bedurft hätte.

 Auch die Idee, Sportstätten energetisch zu sanieren, weil dadurch der CO2-Ausstoß gesenkt werden kann, ist keine bahnbrechend neue Erkenntnis. Die Elektromobilität auszuweiten, energiesparende Straßenleuchten einzubauen und die Werbetrommel für Auto-Mitfahrerbörsen zu rühren: Das ist alles gut gemeint, damit eckt man nirgendwo an, doch richtig kreativ und innovativ ist es nicht.

Zwei der 27 Vorschläge lassen dann aber doch aufhorchen. So soll Uelzen ein Radverkehrskonzept bekommen. Das ist sinnvoll und praxisnah, denn die Radweg-Situation in der Stadt ist alles andere als gut. Mehr Sicherheit im Straßenverkehr schaffen und Anreize bieten, mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren – das ist eine Forderung mit Substanz, die möglichst schnell realisiert werden sollte.

Begrüßenswert ist auch die Idee, die Stelle eines Klimaschutz-Managers einzurichten. Dieser soll sich um die Umsetzung des Konzepts kümmern und dafür sorgen, dass die ins Auge gefassten Maßnahmen nicht versanden. Dabei dürfen sich Politik und Verwaltung jedoch nicht auf das Argument zurückziehen, dass für eine solche Stelle wegen der Sparvorgaben des Zukunftsvertrages kein Geld vorhanden sei.

Ohne einen festen Ansprechpartner, der die Maßnahmen kontinuierlich begleitet, wird das Konzept scheitern. Dann wäre der intensive Prozess der Ideenfindung nur reiner Selbstzweck und eine Beruhigung des Gewissens gewesen. Doch angesichts der dramatischen Folgen eines ungebremsten CO2-Ausstoßes dürfte so etwas niemand wollen. - Bernd Schossadowski

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