„Nicht genug Holz für beide“

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140 Arbeitsplätze gibt es bei Heggenstaller im Uelzener Hafen – die könnten jetzt in Gefahr sein, deutet das Unternehmen an.

Uelzen. - Von Thomas Mitzlaff . Der angekündigte Bau eines neuen Sägewerkes durch die Firma Bien-Holz im Uelzener Hafen hat beim Konkurrenten Heggenstaller zu einer harschen Reaktion geführt: Die Konzernleitung der Pfeifer-Gruppe, Muttergesellschaft der Anton Heggenstaller GmbH, stoppt ab sofort auch bereits geplante Erweiterungs-Investitionen im Uelzener Werk. „Sämtliche Vorhaben werden bis auf Weiteres eingestellt“, sagt Firmensprecher Roger Fränkel.

Bien-Holz mit Sitz im hessischen Lauterbach will für 24 Millionen Euro in Uelzen ein neues Sägewerk für die Paletten-Produktion bauen (AZ berichtete). Die Grundstücksverträge sind unterzeichnet, in einem Jahr soll Produktionsbeginn sein. Die dafür benötigten 2,50 Meter langen Baumstämme, rund 300 000 Festmeter pro Jahr, sollen vor allem aus der Region kommen.

„Unserer Einschätzung nach ist in der Region bei Weitem nicht ausreichend Rundholz für ein zusätzliches Werk vorhanden“, sagt Heggenstaller-Geschäftsführer Ewald Franzoi, „das Holz für das neue Werk wird unserem Betrieb fehlen.“ Das Unternehmen habe deshalb keine andere Wahl, als einen Investitionsstopp zu verhängen. Man habe am Standort Uelzen in den vergangenen Jahren mehr als 40 Millionen Euro investiert und so ein klares Standortbekenntnis abgelegt. „Anstatt uns bei all unseren weiteren Aktivitäten zu helfen, unterstützt die Stadt Uelzen die Ansiedlung eines Konkurrenzbetriebes“, ist Franzoi empört.

Man arbeite derzeit nahezu im Vollbetrieb und gehe nunmehr davon aus, „dass wegen Rohstoffmangels zukünftig sowohl im Sägewerk als auch im Klotzwerk ein derartiger Betrieb nicht mehr möglich sein wird“, erklärt Heggenstaller-Werksleiter Martin Schmidberger. 140 Arbeitsplätze gibt es derzeit im Uelzener Werk.

Besonders stößt den Heggenstaller-Verantwortlichen auf, dass die „prekäre Rohstoffsituation“ in Fachkreisen ausreichend bekannt sei. Es sei unverständlich, warum das Land und die Stadt Uelzen diesen Umstand nicht zur Kenntnis nehmen möchten, erklärt der Geschäftsführer. Niedersachsen unterstützt die Bien-Ansiedlung mit zwei Millionen Euro. Es würden Steuergelder in ein Vorhaben gesteckt, das einerseits neue Arbeitsplätze schaffe, aber andererseits andere gefährde.

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