Untersuchungen der Produktions GmbH laufen: Geschäftsführer arbeitet unter Kontrolle des Aufsichtsrates weiter

Neuland: Bevenser Betrieb weiter im Fokus

+

Bad Bevensen. Die Neuland Produktions GmbH in Bad Bevensen wird weiterhin überprüft, das teilt Bundesgeschäftsführer Jochen Dettmer auf AZ-Nachfrage mit.

In dem Skandal um konventionelles Hähnchenfleisch war der Bevenser Betrieb im April in den Fokus geraten, weil über die Produktions GmbH das falsch deklarierte Fleisch des Wietzener Landwirts in den Handel gelangt war. „Wir erwarten heute erste Ergebnisse, diese müssen dann aber erst ausgewertet und juristisch geprüft werden“, erklärte Dettmer gestern. In den kommenden Wochen würden die Ergebnisse veröffentlicht.

Der Bundesgeschäftsführer hatte im Vorfeld der externen Kontrollen gegenüber der AZ schwere Vorwürfe gegen die Bevenser ProduktionsGmbH und deren Geschäftsführer erhoben, der mehr Geflügel abgenommen haben soll, als laut Neuland-Richtlinien zulässig war. Der Wietzener Landwirt soll über Jahre konventionell produziertes Fleisch als Neuland-Produkt ausgegeben haben (die AZ berichtete).

Erste Konsequenzen hat Neuland bereits aus dem Fleischskandal gezogen. Der Landwirt wurde in einer Gesellschafterversammlung Mitte April in Uelzen ausgeschlossen und der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Engel abgewählt. Der umstrittene Geschäftsführer des Bad Bevenser Betriebs arbeitet „unter Kontrolle des Aufsichtsrates weiter“, teilte Bundesgeschäftsführer Dettmer mit.

Der „Neuland – Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung e.V.“ wurde 1988 nicht als Öko-Programm, sondern als ein neues Konzept mit dem Ziel gegründet, eine soziale, qualitätsorientierte, tiergerechte und umweltschonende Tierhaltung mit hoher Glaubwürdigkeit und Transparenz auf bäuerlichen Betrieben zu praktizieren – so schreibt es der Verein auf seinem Internetauftritt. Getragen wird Neuland vom Deutschen Tierschutzbund, dem Bund für Umwelt und Naturschutz und der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft.

Von Wiebke Brütt

Kommentare