Polizei findet Säugling tot in Uelzener Wohnung / Mutter unter Verdacht

Neugeborenes getötet

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Uelzen. Die Polizei hat in einer Uelzener Wohnung einen toten Säugling gefunden. Eine Obduktion hat ergeben, dass das kleine Mädchen erstickt wurde. Unter Verdacht steht die 20-jährige Mutter – sie bestreitet den Vorwurf.

Laut Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte sich die junge Frau wegen starker Blutungen in ärztliche Behandlung begeben müssen. „Der Arzt stellte fest, dass die Patientin vor kurzem ein Kind zur Welt gebracht haben muss“, erklärt Behördensprecherin Angelika Klee. Da die 20-Jährige eine Geburt bestritt, informierte der Arzt aus Sorge um das Baby die Polizei.

Ermittler der Kripo fanden in der Wohnung dann das tote Baby. „Äußerlich wies es keine Spuren von Gewalteinwirkungen auf“, so Klee. Gerichtsmediziner stellten aber fest, dass das Baby nach der Geburt gelebt hat und dann erstickt wurde. „Das Mädchen wurde von der Polizei drei bis vier Tage nach der Geburt gefunden“, erklärt die Staatsanwältin. Wie viele Stunden oder Tage es noch gelebt habe, könne man nicht mehr feststellen.

Die Anklagebehörde ermittelt jetzt gegen die Mutter wegen Totschlags. „Die Mutter bestreitet, schwanger gewesen zu sein und ein Kind zur Welt gebracht zu haben“, sagt Klee. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie das Kind in der Wohnung zur Welt gebracht hat. Weitere Kinder habe die Beschuldigte nicht.

Die Staatsanwaltschaft lässt die junge Frau jetzt durch einen Sachverständigen auf ihre Schuldfähigkeit überprüfen. „Die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Haftbefehl liegen nicht vor“, erklärt Angelika Klee.

Von Thomas Mitzlaff

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