Stadt will St.-Viti-Kapelle sanieren und für Veranstaltungen nutzen / Früherer Eigentümer zahlt 30 000 Euro

Neues Leben für ein verwaistes Kleinod

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Die 600 Jahre alte St.-Viti-Kapelle an der Lüneburger Straße soll umfassend renoviert werden. Unter anderem sind neue Fenster und elektrische Leitungen geplant.

Uelzen. Die Fenster sind mit Brettern abgedeckt, Mauern und Holzbalken sind verwittert, die Dachpfannen vermoost, an den Wänden rankt wilder Wein: Die seit mehreren Jahren leerstehende St.

-Viti-Kapelle auf dem Gelände des Curanum-Pflegezentrums an der Lüneburger Straße ist in keinem guten Zustand. Doch jetzt will die Stadt das zwischen 1406 und 1413 errichtete Gebäude – eines der ältesten erhaltenen in Uelzen – umfassend sanieren.

„Wir werden die Bretter entfernen und die Blei- und Schutzverglasung erneuern“, kündigt Stadtsprecherin Ute Krüger an. Außerdem sollen Hausanschlüsse für Strom und Wasser gelegt und die Außenanlagen gepflegt werden.

Seit 2010 ist die Stadt Uelzen wieder Eigentümerin der St.-Viti-Kapelle. Da das Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg alle örtlichen Liegenschaften verwaltet, soll nun auch die Kapelle dieser öffentlichen Anstalt zugeordnet werden. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass die Arbeiten noch dieses Jahr abgeschlossen werden sollen“, sagt Krüger. Sie kann sich in den Räumen des mittelalterlichen Kleinods unter anderem kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen, aber auch Aktionen des Seniorenpflegezentrums vorstellen. Dazu wird jedoch noch ein Nutzungskonzept erarbeitet.

Die St.-Viti-Kapelle hat in den vergangenen drei Jahrzehnten eine wechselvolle Zeit erlebt. 1982 wurde das Gebäude zuletzt renoviert. Damals diente es der Bereitschaftspolizei Uelzen als Vortragsraum. Im Jahr 2000 verkaufte die Stadt das Grundstück, zu dem die Kapelle gehört, an eine Privatperson. Der neue Eigentümer sei per Kaufvertrag verpflichtet worden, die Kapelle instand zu halten, sagt Krüger. In all den Jahren habe es aber keine Renovierungsarbeiten gegeben.

2010 kam es nun zur Rückübertragung des Gebäudes auf die Stadt. Für die unterlassene Unterhaltung der Kapelle habe der bisherige Eigentümer 30 000 Euro an die Verwaltung gezahlt, berichtet Krüger. „Diese Mittel gehen jetzt an das Gebäudemanagement über und werden für die Instandhaltungsmaßnahmen verwendet.“

Auch der Verein Historisches Uelzen will am Nutzungskonzept für die Kapelle mitwirken und einen Teil der Sanierungskosten übernehmen. Beim Uelzischen Armenessen hat der Verein zu Spenden für den Erhalt der Kapelle aufgerufen.

Von Bernd Schossadowski

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