Neuer Glanz für einen Schandfleck

+
Heruntergekommen und schmutzig: Die Bahnunterführung in der Nähe des Hundertwasser-Bahnhofs soll nach dem Willen der Stadt für rund 50 000 Euro saniert werden.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. „Der Weg in die Stadt“ steht auf der großen roten Stele, die Besuchern beim Verlassen des Hundertwasser-Bahnhofs die Richtung ins Uelzener Zentrum weist. Doch vielen Gästen dürfte die Lust auf einen Bummel durch die Stadt schon nach wenigen Metern vergangen sein: Sie müssen die völlig heruntergekommene, schmutzige Bahnunterführung passieren, die über der Bahnhofstraße verläuft. Graffiti-Schmierereien, kaputtes Mauerwerk, verrostete Eisenstreben und dazu Müll sind keine attraktive Visitenkarte für Uelzen.

Doch jetzt will die Stadt die „hässliche Engstelle“, so Baudezernent Karsten Scheele-Krogull, beseitigen. Er weiß: „Diese Eingangspforte zur Stadt ist abschreckend für Touristen.“ Deshalb hat die Verwaltung bereits ein Konzept für die Sanierung des Schandflecks erarbeitet und der Deutschen Bahn vorgelegt. So sollen die Schmierereien entfernt sowie das marode Mauerwerk ausgebessert und gereinigt werden. „Wir wollen auch die Schaukästen wieder bestücken und die Beleuchtung verbessern“, kündigt Scheele-Krogull an. Zudem plant die Stadt, im oberen Bereich des Bauwerks Infotafeln anzubringen, die für einen Besuch Uelzens werben. Ganz wichtig ist Scheele-Krogull der Hinweis: „Wir übernehmen mit den Arbeiten keine Pflichtaufgabe der Bahn.“

Der Dezernent hat „die feste Absicht, dass die Unterführung noch in diesem Sommer saniert wird“. Und die Aussichten stehen offenbar recht gut: Die Bahn habe signalisiert, dass sie der geplanten Verschönerung durch die Stadt zustimmen werde. Zuvor müsse jedoch ein Brückenprüfer das Bauwerk eingehend begutachten.

Auf rund 50 000 Euro dürften sich die Gesamtkosten für die Umgestaltung belaufen, schätzt Scheele-Krogull. Er will nun einen Antrag auf 75-prozentige Förderung der Maßnahme mit Ziel-1-Mitteln der EU stellen. Das restliche Viertel würde die Stadt finanzieren.

Auch für ein weiteres Sorgenkind an der Bahnhofstraße zeichnet sich jetzt eine Lösung ab: Die „Kajüte“, eine seit Jahren verwaiste Kneipe direkt neben der Bahnunterführung, hat seit kurzem einen neuen Besitzer. Ein Uelzener habe das marode Gebäude gekauft und wolle es wieder aufleben lassen, berichtet der Baudezernent.

Auch die Stadt Uelzen hatte Interesse am Erwerb der „Kajüte“ – jedoch um diese anschließend abzureißen und dort Grün zu pflanzen. Denn das Flachdach-Gebäude ist sehr unansehnlich: Rolläden und Wände sind mit Graffiti beschmiert, Unkraut wächst kniehoch, Berge von Unrat liegen herum. „Wir wollen dort Privatleuten nicht zuvorkommen“, erklärt Scheele-Krogull. „Wenn jemand das Objekt wieder herrichtet, ist das eine gute Lösung. Wir wollen nur diesen Schandfleck nicht länger ertragen.“ Und dann, so seine Hoffnung, ist der Weg in die Stadt wieder attraktiv.

Kommentare