Geschwindigkeiten können gespeichert werden / Hoffnung für Molzens Mühlenfeldstraße

Neue Tempo-Tafeln für „Raser“

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Anwohner der Mühlenfeldstraße in Molzen beklagen, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind.

Uelzen-Molzen. Es ist eine friedliche Szenerie: Die Wipperau sucht sich im dichten Grün ihren Weg. Ein leichter Wind lässt die Feldpflanzen auf einem Acker am Ortseingang von Molzen an der Mühlenfeldstraße schwingen.

Gegenüber auf der anderen Straßeseite reihen sich Wohnhäuser aneinander – die Vorgärten sind gepflegt, es ist die Liebe zum Detail zu erkennen. Die Stille wird jäh unterbrochen. Ein Auto rauscht die abschüssige Straße herab in Richtung Ortsmitte. Dass der Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern einhält, darf bezweifelt werden. Manfred und Karin Jaeger, die seit mehr als 50 Jahren an der Mühlenfeldstraße leben, wissen zu berichten, dass dies kein Einzelfall ist. Morgens zwischen 5 und 6 Uhr und noch einmal am Nachmittag hersche auf der Straße Betrieb. Kaum einer halte sich an die Geschwindigkeit. „75 fahren die schon innerorts“, sagt Manfred Jaeger.

Die Verkehrsverstöße ärgern nicht nur das Ehepaar. Anlieger der Straße sprechen die Verkehrssituation immer wieder bei Ortsratssitzungen an. Die Stadtverwaltung kennt die Klagelieder – nicht nur aus Molzen. In Holdenstedt berichteten die Anwohner der Schlossstraße jüngst von Rasern (AZ berichtete). Die Stadt stellt sich nun diesen Aussagen und erwirbt neue Geschwindigkeitsmesstafeln.

Mit ihnen ist die Verwaltung in der Lage, gemessene Geschwindigkeiten auch anonym aufzuzeichnen. „Dadurch ist für den jeweiligen Standort eine Tendenz zum Geschwindigkeitsniveau erkennbar“, erläutert Stadtsprecherin Ute Krüger gegenüber der AZ. Die Tafeln sollen an verschiedenen Orten zum Einsatz kommen, etwa 2500 Euro kostet ein Exemplar.

An der Mühlenfeldstraße könnte eine Tafel aufgestellt werden, sagt Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull bei der jüngsten Ortsratssitzung. Dann könnten belastbare Daten erhoben werden – Voraussetzung dafür, die Straße zu beruhigen. Die Mühlenfeldstraße ist eine Kreisstraße, die Hürden für verkehrsberuhigende Maßnahmen liegen hoch. Aber welche Maßnahme wäre die richtige? Tempo-30-Zone, eine Verkehrsinsel? Manfred Jaeger ist sich unschlüssig. Am besten seien Schlaglöcher, wie es sie vor der Sanierung der Straße gab. „Da fuhren die Leute vorsichtig“, sagt er.

Von Norman Reuter

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