„Leben leben“ plant Einrichtung – und liebäugelt mit dem Standort Veerßen

Neue Schule im Landkreis?

Uelzen. Die Schülerzahlen sinken, staatliche Schulen werden geschlossen – auch im Landkreis Uelzen: Die Unternehmensgruppe von „Leben Leben“ hingegen will eine Schule im Landkreis aufbauen, und zwar in freier Trägerschaft, wie gestern Rino Grundei, Vorstand von „Leben leben“, auf AZ-Nachfrage bestätigt.

Es solle ein inklusives Bildungsangebot geschaffen werden, das von Kindern mit und ohne Handicap genutzt werden könne.

Ein Gespräch mit der Landesschulbehörde habe es dazu bereits gegeben – und auch Erörterungen mit Vertretern der Stadt Uelzen, wie Grundei sagt. Denn eine Option ist es, für das „inklusive Bildungsangebot“ das Gebäude der Grundschule Veerßen zu nutzen.

Der Umstand, dass es solche Gespräche mit der Stadt gegeben hat, ließ am Donnerstagabend im Ortsrat Veerßen/Hansen die Wellen hochschlagen. Elternratsvertreter aus Veerßen zeigten sich verunsichert, was die Zukunft der Grundschule betrifft. Wegen der Pläne zu einem möglichen Verkauf der Schule an „Leben leben“, von denen sie während eines Gesprächs mit Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt erfahren habe, könne sie kaum noch ruhig schlafen, meinte Elternratsvorsitzende Susanne Meyn.

Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling erinnerte an den Beschluss des Stadtrates vom 16. März zur Einführung der Ganztagsschulen. Dort sei auch festgelegt worden, dass nur dann Grundschulen geschlossen würden, wenn in zwei aufeinander folgenden Jahren weniger als 13 Jungen und Mädchen eingeschult und die Eltern sich gegen einen klassenübergreifenden Unterricht aussprechen würden. Für die Grundschule Veerßen konnte er Einschulungszahlen nennen, wonach die Bildungseinrichtung nach heutigem Stand einschließlich des Schuljahrs 2018 nicht gefährdet sei. Ortsbürgermeister Karsten Jäkel (CDU) bekräftigte, dass es durch den Ratsbeschluss keinen Anlass gebe, an dem Fortbestand der Grundschule Veerßen zu zweifeln.

Rino Grundei erklärte gestern, dass die Grundschule Veerßen nach dem Ratsbeschluss als Standort für eine freie Schule von „Leben leben“ zumindest für die nächsten drei Jahre ausscheide. „Wir schauen uns auch nach möglichen anderen Plätzen um“, so Grundei.

Der Vorteil in Veerßen sei aber, dass dort geeignete Räume zur Verfügung stünden. In der Frage gebe es keine Eile. Von der Stadt hieß es gestern, dass eine freie Trägerschaft eine Chance biete, um den Schulstandort Veerßen langfristig zu sichern.

Von Norman Reuter

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