Planung für Sachkundenachweis und Registrierung aber noch lückenhaft

Neue Regeln für Hunde ab Juli

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Ab dem 1. Juli wird es neue Regeln für einen Sachkundenachweis und die Registrierung von Hunden geben.

Uelzen/Landkreis. Die Hundebesitzer im Landkreis Uelzen müssen sich spätestens ab dem Juli umstellen. Ab dann gelten neue Regelungen im niedersächsischen Hundegesetz.

Kernpunkte sind die verbindliche Einführung eines Sachkundenachweises sowie die Registrierung im zentralen Hunderegister Niedersachsens. Viele Details zu den geplanten Neuerungen fehlen jedoch noch, was der Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer bereits kritisiert hatte (AZ berichtete).

Die Fakten bisher: Spätestens ab dem 1. Juli müssen sich Hundehalter um einen theoretischen und danach um einen praktischen Teil der Sachkundeprüfung kümmern. Keinen Sachkundenachweis brauchen Halter, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre bereits für zwei Jahre einen Hund ohne Beanstandungen geführt haben, Tierärzte, Halter, die Brauchbarkeitsprüfungen bestanden haben oder ihre Tiere zu Schutz-, Begleit- oder Dienstzwecken führen. Der theoretische Teil kann online oder in Papierform bei einem anerkannten Prüfer abgelegt werden, dabei werden 35 Fragen beantwortet. Noch ist unklar, welche Stelle dies leitet, wo man online hinmuss, wieviel Fragen richtig beantwortet werden müssen sowie wie oft der Test wiederholt werden kann und wie teuer er ist.

Die praktische Prüfung muss während des ersten Jahres der Hundehaltung abgelegt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Sachkunde des Halters im Umgang mit dem Hund – nicht jedoch beim Ausbildungsstand des Hundes oder bei der Bewertung des Hund-Halter-Gespanns. Die Prüfung kann auch mit einem anderen als dem eigenen Hund abgelegt werden. Dr. Jörg Pfeiffer war in diesem Punkt hochgradig unzufrieden: „Für mich wäre wichtig gewesen, dass das mit dem eigenen Hund gemacht werden muss“, sagte er.

Geprüft wird von anerkannten Prüfern, diese sollen in einer Liste des Landesministeriums veröffentlicht werden. Unsicher ist unter anderem, wie Pfeiffer weiter kritisierte, was genau geprüft wird und wie teuer das Ganze ist. Außerdem ist nicht klar, welche bisherigen Prüfungen als gleichwertig anerkannt werden. Fest stehe jedoch, dass die Vorbereitung auf den theoretischen und praktischen Teil in jeder Hundeschule oder Hundeverein möglich ist – auch wenn es bisher keine detaillierten Bestimmungen gibt. Pfeiffer kann in diesem Punkt nur vermuten, dass sich die Prüfung etwa an den Voraussetzungen beispielsweise für den Hundeführerschein des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) orientiert.

Generell sei die bisherige Ausarbeitung mangelhaft, findet Pfeiffer. Er hat mehrere Detailanfragen an das regelnde Landwirtschaftsministerium Niedersachsen gestellt. „Ich hoffe, dass das Ministerium mal aktiv wird“, sagt er auch mit Blick auf die nur noch knapp zweieinhalb Monate, bis das neue Hundegesetz in Kraft tritt. „Es heißt immer nur, es werde alles geregelt.“

Der zweite Punkt ist die Registrierung im zentralen Hunderegister. Sie gilt für alle Hunde – ohne Ausnahmen wie beim Sachkundenachweis – ab dem siebten Lebensmonat. Das Register wird vom Kommunalen Systemhaus Niedersachsen GmbH geführt (weiterführende Adresse im Internet: www.hunderegister-nds.de). Jeder Hundehalter muss seinen Hund selbst dort registrieren lassen. Online wird dies nach bisherigen Infos von Pfeiffer 14,50 Euro kosten, telefonisch oder schriftlich 23,50 Euro, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Von Kai Hasse

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