Im Jubiläumsjahr ändert sich alles

Mit Neubau in die Zukunft: Heiligen-Geist-Stift feiert 50-jähriges Bestehen

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Marion Retzlaff, Leiterin des Bereichs Hauswirtschaft, und Thomas Bader planten mit Kollegen das Jubiläum.

Uelzen. Im September soll Spatenstich sein. Für 9,1 Millionen Euro wird in den darauffolgenden Monaten ein Seniorenheim Im Hülsen in Uelzen in die Höhe wachsen. 100 Pflegeplätze entstehen.

Das Seniorenheim ist ein Gemeinschaftsprojekt: Die Träger des Wichernhauses an der Niendorfer Straße und des Heiligen-Geist-Stifts an der Waldstraße bauen gemeinsam die Einrichtung auf. Die bisherigen Altenheime sollen verstärkt für eine Tages- und Kurzzeitpflege und Pflegedienstleistungen genutzt werden. Sie waren zu klein; ein wirtschaftliches Arbeiten nicht möglich, weshalb auch Notrufe ausgesendet wurden (AZ berichtete). Sie münden nun in der engen Zusammenarbeit – am Sonntag wird dazu der Vertrag unterzeichnet; zu einem besonderen Zeitpunkt für den Heiligen-Geist-Stift. Denn die Einrichtung an der Waldstraße feiert dann auch ihr 50-jähriges Bestehen.

Im Mai 1966 öffnete der Gebäudekomplex mit Flachdach seine Türen. Die AZ nannte ihn damals einen „schmucken Neubau“. Errichtet wurde er von der Heiligen-Geist-Stiftung. Ihre Geschichte reicht deutlich länger zurück: Fast 700 Jahre. 1322 stiftete der damalige Uelzener Propst Raven Gelder für die Stiftung, drei Jahre später war eine Einrichtung unter dem Begriff „Hospital“ entstanden; acht Frauen fanden in ihr Platz, sie durften dort auf Lebenszeit bleiben, waren aber auch aufgerufen, Menschen in der Stadt zu pflegen. „Für die damalige Zeit ein Novum“, sagt Thomas Bader. Im Zuge der Zusammenarbeit ist er seit Kurzem Geschäftsführer und Leiter des Wichernhauses und des Stifts.

In fast sieben Jahrhunderten hat sich die Altenpflege immer wieder gewandelt. 1963 wurde das Heiligen-Geist-Stift mit Mehrbettzimmern als modernes Konzept angepriesen. Die neue Einrichtung Im Hülsen wird ausschließlich Einbettzimmer besitzen. Im ersten Quartal 2018 soll das Heim öffnen. Dann will Bader auch weitere Veränderungen angeschoben haben. Verstärkt werde auf „Quartiers-Betreuung“ gesetzt, um dem Wunsch älterer Menschen nach möglichst langer Selbstständigkeit gerecht zu werden. So sind Freizeitangebote und ambulante Pflegeleistungen geplant. Man will für das Umfeld Ansprechpartner sein, meint Bader. Die Uelzener sind nun auch eingeladen, wenn am Wochenende das Jubiläum gefeiert wird.

Am Sonnabend ab 15 Uhr gibt es im Zelt am Stift Kaffee und Kuchen. Hits aus dem Jahr 1966 werden aufgelegt. Am Sonntag findet um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst statt, im Anschluss erfolgt die Vertragsunterzeichnung.

Von Norman Reuter

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