De nee’e Gülleverordnung

Nu giwt dat wedder eene nee’e Gülleverordnung vör de Buurn. Ward genau vörschreeben, woveel, wann und wo se dat up dan Acker bringen dörft. Dat bestimmt hüt nich mehr de Buurn, wie seit Johrhunderten, sondern de Politiker!.

Güllewagen so grood wie jetzt, gäw dat fröher nich. Man har ok keen Gülle-Silos, oder „Gülle-Lagunen“ in Feld. Eenfache Jauchekuhlen ut Tagelsteen oder Zement sind fröher an Schwienstall boot worn. Rin lopen dä dor de Jauche von de Schwien. Öwer de Kuhl wär dat Kloo,

Kloo in Huus könn man de, weil se keen Waderleitung harn, nich boun. Dat wör je stinken in ganzen Huus. Man sä ton Kloo ok „Papst,” oder ok „Tante Meier.“ Andere sän “Parremant” dorto.

De Jauchekuhl wer mit Eekenbreed affdeckt. An de Schwienstallwand stell man de Jauchepump. Mit een Schwengel wör de von Hand bedeent. De Pump möss hoch wäsen, dormit de Jauche bargdal in de Jauchetunn, oder wie wie seggen dän, „Aaltunn,“ lopen könn.

Jauchetunnen wärn fröher ut Holt und wörn von Böttger makt. In dat Lock baben, wo dat rinlopen dä, könn man noch een Trüchter rinsetten. Wär de Aaltunn vull, steek man dor een olen Bessen rin, dormit dat nich öwerschölpern dä bi’n föhrn. Uppboot wär de Tunn up een olen Messwagen, von dann an heet de denn; „Jauchewagen.“

Bi Jakopsbuur sien Jauchekuhl wärn de Eekenbräd möör worden. Berufsgenossenschaft kenn man nich. Eerstmal wör een oole Stalldör dor röwer leggt. Je, und dat bleew so, wör ümmer vergetten de uttoflicken.

Grooddknecht Albert har bi’n letzten Utföhrn vergetten, de Stalldör wedder röwer to leggen.

Unglück schlöppt nich. As he von Feld na Huus kummt, steiht dor Jochen, de lüttge Jung und blaart övern ganzen Hoff. He wär fief Johr old, huult luuthals und is dorbi mit eenen Bohnenspiel to gang in de Jauche to röhrn.

Frög Albert, de Groodknecht: „Wat blaarst und huulst du denn door und worüm röhrst du dorin rüm?“

„Mien Mudder is in de Jauchekuhl rinfall’n,“ rööp Jochen, „mien Mudder is door rinfalln, mien Mudder!“

Diene Mudder hett in de Jauchekuhl rinfall’n? „Ja,“ schluchts lütt Jochen und füng duller an to blaarn.

Do kreeg nu Albert, de Groodknecht, dat Rönnen und rööp dorbi, so luud as he könn „Hilfe, Hilfe.“ Mit eenen Messhaken stöcker he in de Jauche rüm. Naabers Fritz kööm antoloopen, weil he de Hilferufe hört har „Heßt du wirklich sehn, wie dien Mudder dor rinfalln is? frög Albert lütt Jochen noch mal.

„Ja, ganz bestimmt,“ sä Jochen, de noch ümmer luud blaarn dä.

„Minsch, wie möt de Füürwehr allamiern,“ meen Naabers Fritz, „wie alleen schafft dat nich“.

„Nee, dat lat mann,“ sä do uns lütt Jochen, „wenn jü mien Mudder nich finden könnt, denn nehm ik ne andere Schruuw ut mien Stabilbookasten.“

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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