AZ-Wettermann Zaki und sein meteorologischer Monatsrückblick: März brachte Jahrhundertkälte

Nächste Woche nimmt der Frühling Anlauf

+

Uelzen/Landkreis. Am Wochenende will der Frühling noch nicht so richtig. 6 bis 7 Grad höchstens und in den Nächten minus 4 bis minus 5 Grad lassen uns weiter frieren.

Allerdings steigen durch ein Hoch aus Westen besonders am Sonntag die Chancen auf Sonne und auch Niederschläge sind kein Thema mehr.

Für die kommende Woche zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab: Nach vier Wochen Pause wagt der Frühling endlich wieder einen Anlauf. Das Wochenend-Hoch verlagert seinen Schwerpunkt nach Polen. Dadurch kann mit südlichen bis westlichen Winden deutlich mildere Luft nach Norddeutschland gelangen, sodass wir ab Dienstag auf zweistellige Plusgrade hoffen können und die Nächte frostfrei bleiben. Zur Wochenmitte sind selbst 15 Grad in Reichweite. Danach sieht es derzeit nach einem Atlantiktief aus, das uns aus Südwesten kräftige Regenfälle schicken könnte. Wie lange die feuchte Phase dauern würde, bliebe abzuwarten.

Am übernächsten Wochenende ist tendenziell dann sogar ein kräftiges Frühlingshoch mit viel Sonne und schon frühsommerlichen Temperaturen drin. Aber auch ein neuerlicher Kälterückfall, für den der launische April ja berüchtigt ist, ist keinesfalls ausgeschlossen. Hoffen wir einfach auf das Beste. Nach dem langen Spätwinter haben wir es uns wahrlich verdient.

Der März 2013 wird in die Wettergeschichte eingehen. Mit einer negativen Temperaturabweichung von 4,2 bis 4,5 Grad gegenüber dem Klimamittel zwischen 1961 und 1990 war es zwischen Aller und Elbe der kälteste März seit 1969, gebietsweise seit 1917. Die dritte Märzdekade war sogar die kälteste seit 1883. Daher muss diese extreme Frostperiode als Jahrhundertereignis angesehen werden.

Während das erste Monatsdrittel mit Frühlingstemperaturen von 13 bis 16 Grad noch die Hoffnung auf ein zeitiges Ende des Winters nährte, kam es mit Winddrehung auf Nordost mit Beginn des zweiten Drittels aus Skandinavien und Nordrussland zu einem Vorstoß extrem kalter Arktikluft nach Norddeutschland, von dem wir uns bis heute nicht erholt haben. Während am 13. März mit Nachtwerten bis zu minus 17 Grad (Fassberg und Lüchow) allgemein das Monatsminimum verzeichnet und in diesen Tagen schon einige Negativrekorde aufgestellt wurden, lief das Frostwetter in der gewöhnlich schon relativ milden dritten Dekade völlig aus dem Ruder. Nahezu täglich purzelten die Minusrekorde.

Den Höhepunkt markierte der 23. März, als das Thermometer in Uelzen über ein Maximum von minus 2,2 Grad nicht hinauskam und in der folgenden Nacht auf minus 8,6 Grad sank. Der erste Wert war ein neuer Dekadenrekord, während das Minimum die bisherige Rekordmarke (minus 8,9 Grad/21. März 1955) nicht ganz erreichte.

Hinsichtlich eisiger Märzmonate ist und bleibt das 19. Jahrhundert allerdings Maß aller Dinge. Lüneburg brachte es im März 1883 auf eine Durchschnittstemperatur von minus 1,7 Grad, im März 1853 auf minus 2,8 Grad. In Hamburg wurden im legendären Märzwinter 1845 unvorstellbare minus 4,8 Grad gemessen, in Kopenhagen sogar minus 5,7 Grad!

Hochdruckwetter mit vorherrschend östlichen Winden bedeuten im März – neben strenger Kälte – gewöhnlich wenig Niederschlag und viel Sonne. So kam es auch diesmal. Die fast ausschließlich als Schnee fallenden Niederschläge waren zumeist wenig ergiebig und brachten vielfach nicht einmal die Hälfte der normalen Feuchtigkeit, in der Südheide kaum ein Drittel, bei bis zu einem Viertel mehr Sonne als üblich.

Von Reinhard Zakrzewski

Kommentare