St.-Pauli-Urteil: Uelzener will Revision / Weitere Anklage wegen schwerer räuberischer Erpressung

Der nächste Prozess wartet

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Verurteilt zu sieben Jahren Freiheitsstrafe: ein 38-jähriger Uelzener.

Uelzen/Hamburg. Der Prozess um einen tödlichen Überfall in St. Pauli, an dem auch ein Uelzener beteiligt gewesen sein soll, geht vielleicht in die zweite Runde: Der Verteidiger des 38-jährigen Uelzeners hat Revision eingelegt.

In den nächsten Wochen will Rechtsanwalt Siegfried Schäfer den Revisionsantrag ausarbeiten. Bis beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe über die Revision entschieden wird, ist das Urteil des Landgerichts nicht rechtskräftig. Der 38-Jährige befindet sich jedoch weiterhin in Untersuchungshaft in Hamburg-Alsterglacis.

Unterdessen wartet auf den 38-Jährigen schon eine weitere Hauptverhandlung: Ab dem 23. September muss er sich vor dem Landgericht Lüneburg wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Gegen ihn sowie gegen einen 24 und einen 26 Jahre alten Mann hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg Anklage erhoben, weil die drei im September 2011 von einem Restaurant-Betreiber in Uelzen unter Androhung von Gewalt Geld gefordert haben sollen. Nach AZ-Informationen war an der Tat der 26-jährige Uelzener beteiligt, der in der vergangenen Woche Mitarbeiter in einem Geschäft in der Uelzener Innenstadt provoziert haben soll, bis die Polizei eintraf, und zum Umfeld der sogenannten Douglas-Bande gehören soll.

Vom Landgericht Hamburg war der 38-jährige Uelzener am 28. Februar wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Mit ihm waren drei weitere Männer angeklagt, einer von ihnen erhielt wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe. Auch für diese drei Männer wurde nach Angaben des Landgerichts Hamburg Revision eingelegt.

In der Nacht zu Gründonnerstag 2012 soll das Quartett einen Überfall auf ein Café an der Hein-Hoyer-Straße in Hamburg, nahe der Reeperbahn, verübt haben. Dort wurde ein 44-Jähriger mit einem Meißel verletzt und mit zwei Messerstichen getötet. Die Schwester des Opfers war angeschossen worden, hatte aber überlebt. Der 38-Jährige soll an dem Abend mit einem der anderen Angeklagten von Uelzen nach Hamburg gefahren sein. Für ihn war in der Verhandlung eine Erklärung verlesen worden, nach der er sich zufällig der Gruppe angeschlossen habe und während des Vorfalls außerhalb der Kaffeebar geblieben sei. Ob er zu dem Zeitpunkt bewaffnet gewesen sei und wer von den Angeklagten eine Schusswaffe benutzt habe, sei nicht nachgewiesen, erklärte sein Rechtsanwalt Siegfried Schäfer. Er hatte für seinen Mandanten zwei Jahre Freiheitsstrafe beantragt und vorgeschlagen, diese zur Bewährung auszusetzen.

Von Diane Baatani

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