Kreis Uelzen: Mehr Vielfalt in Parlamenten / Junge Politiker-Generation am Start

Nach der Wahl: „Es wird nicht einfacher“

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Ab 18 Uhr wurde ausgezählt – jetzt müssen Parteien und Gruppen sich mit dem Ergebnis auseinandersetzen.

Uelzen/Landkreis. Aufatmen, Wunden lecken, erste Erklärungsversuche – nach der Kommunalwahl am Sonntag haben sich Parteien und Wählergemeinschaften im Landkreis Uelzen mit dem Wählerwillen auseinanderzusetzen.

Nach den vorläufigen Endergebnissen werden in Kommunalparlamenten wie dem Kreistag, dem Uelzener Stadtrat oder auch dem Roscher Samtgemeinderat mehr politische Kräfte zu finden sein. Dazu kommt im Uelzener Stadtrat ein Patt von CDU und SPD (jeweils 13 Sitze), „womit es nicht einfacher wird, Mehrheiten zu finden“ (Markus Hannemann, CDU).

Die AfD zieht mit drei Sitzen in den Kreistag und mit zwei Sitzen im Samtgemeinderat Bevensen-Ebstorf ein – die meisten Stimmen holte die Partei in den Wahllokalen von Ellerndorf und der Oberschule in Uelzen (25,32 und 17,46 Prozent).

Martin Feller

Nach derzeitigem Stand kann wegen eines Ausschlusses der Grünen von der Bad Bevenser Stadtratswahl Martin Feller nicht noch einmal Bürgermeister der Kurstadt werden. Für andere Gremien räumte er am Sonntag ordentlich Stimmen ab – vor allem für die Wahl in den Kreistag. 3772 Stimmen erhielt Feller – so viele wie kein anderer Kreistagskandidat. Ein Mitleidsbonus? Vor allem im Norden stimmten die Menschen für ihn. Feller sagt: „Durch die besondere Situation sind die Grünen ins Bewusstsein der Menschen gerückt.“ Zugleich bewertet er den Wahlausgang auch als Ergebnis der Politik der vergangenen Jahre, in denen Akzente von den Grünen gesetzt worden seien.

In der nun endenden Wahlperiode bildeten die Grünen mit „Keine A39“ eine Gruppe. Annette Niemann führte deren Kandidatenliste für die Kommunalwahl am Sonntag an, für einen erneuten Sprung in den Kreistag reichte es nicht mehr. Lediglich im Gemeinderat von Altenmedingen und im Samtgemeinderat von Bevensen-Ebstorf ist die Wählergemeinschaft künftig noch zu finden. Eine Erklärung für das schlechtere Abschneiden auf Kreisebene hat Niemann gestern im AZ-Gespräch nicht. Sie spricht von einem normalen „politischen Vorgang“: „Entweder du wirst gewählt oder nicht.“ An dem Widerstand zur A39 ändere der Wahlausgang nichts.

Und auch das ist ein Ergebnis der Kommunalwahl am Sonntag: Eine junge Generation von Politikern zieht in die Kommunalparlamente ein. Jakob Plankenburg (19 Jahre, SPD) sitzt künftig im Gemeinderat von Bienenbüttel und im Kreistag, Max Lemm (24 Jahre, CDU) wurde in den Samtgemeinderat Aue und den Kreistag gewählt. Mit dem gewählten Christdemokraten David Kipry (32 Jahre) und Jan Niklas Brunhöfer (19 Jahre wird auch der Stadtrat von Uelzen verjüngt.

Von Thomas Mitzlaff

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