Stadtverwaltung schickt Richtigstellung

Nach umstrittener Rede von Peter Lücke im Stadtrat: „Massiven Vorwürfen ausgesetzt“

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Verbale Auseinandersetzung: Susanne Niebuhr und CDU-Ratsherr Peter Lücke.

Uelzen. Nach der umstrittenen Rede des CDU-Ratsherrn Peter Lücke auf der Stadtratssitzung am Montag vergangener Woche hat die Stadt jetzt die Tonbandaufzeichnung ausgewertet und der AZ eine Richtigstellung für ein Zitat geschickt (siehe Ende des Artikels).

Für diesen Satz, aber auch für seine gesamte Rede, war Lücke im Nachgang in Leserbriefen und Internetforen attackiert worden.

Der CDU-Ratsherr hatte in seiner Rede die Ratskollegin Susanne Niebuhr (WIR für Uelzen) harsch kritisiert, nachdem diese umstrittene Vorwürfe und Forderungen gegen den Geschäftsführer der Uelzener Stadtwerke, Markus Schümann, geäußert und Doppelfunktionen von Ratsmitgliedern beklagt hatte.

Unterdessen erwägt Susanne Niebuhr, juristisch gegen Formulierungen von Lücke vorzugehen, die sie als beleidigend empfindet. „Im Gesamtkontext hat er behauptet, ich arbeite nicht, tue nichts, bin keine Hausfrau und keine Geschäftsfrau“, sagt Niebuhr, die in der Uelzener Innenstadt ein Geschäft führt.

Am meisten treffe sie die Beleidigung, sie sei eine „Sekretärin der KPdSU“: „Ich bin ein demokratisch gewähltes Ratsmitglied und stehe für unsere demokratische Grundordnung und nicht für eine Partei, die bei Säuberungen hunderttausende Menschen ermordet hat“, empört sich Niebuhr gegenüber der AZ. „Die Rede hat ein Menschenbild offenbart, das ich als äußerst befremdlich und erschreckend empfinde.“ Die Stadt Uelzen schreibt derweil in der Begründung ihrer Richtigstellung, die unwahre Tatsachenbehauptung führe dazu, „die Bewertung des Sachverhalts in der Öffentlichkeit zu verzerren“. Und weiter: „Diese Behauptung ist maßgeblicher Grund dafür, dass das Organ Stadtrat, der Ratsvorsitzende Hans-Jürgen Stöcks und Ratsherr Peter Lücke massiven öffentlichen Vorwürfen und Beleidigungen ausgesetzt sind“.

Die Bitte der AZ, die gesamte Rede von Peter Lücke zwecks Veröffentlichung zu versenden, lehnte die Stadt ab. Peter Lücke ist nach Auskunft seines Büros im Urlaub und war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Von Thomas Mitzlaff

Richtigstellung

Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt schickte der AZ folgende „Geltendmachung eines Berichtigungsanspruchs:“

In der Ausgabe der Allgemeinen Zeitung am 22. Juni 2016, Seite 3, Artikel zur Ratssitzung am 20. Juni 2016 „Kopfschütteln im Zuschauerraum“, letzter Absatz, wurde folgendes Zitat des Ratsherrn Peter Lücke abgedruckt: „Sie plustern sich hier auf. Dabei haben Sie es noch nicht mal zur Mutter und Hausfrau geschafft.“ Dieses Zitat ist unwahr, die Worte wurden so nicht gesagt und zudem aus dem Zusammenhang gerissen. Peter Lücke sprach von der im Antrag von WIR für Uelzen-Fraktion aufgeführten Doppel- und Mehrbelastung von Mitgliedern verschiedener Gremien. Er hat wörtlich gesagt: „Sie sind noch nicht einmal Hausfrau und eine Unternehmerin. Wir, unsere Frauen, die sind Mütter, Hausfrauen und gehen noch zur Arbeit. Das ist eine Doppelbelastung.“

Anmerkung der Redaktion: Die Passage „Dabei haben Sie es noch nicht mal zur Mutter und Hausfrau geschafft“, ist so offenbar tatsächlich nicht gesagt worden. Die AZ bedauert diesen Fehler.

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