Nach sexuellem Übergriff auf Fünfjährige leben Täter und Opfer weiter in der Flüchtlingsunterkunft

Nothmannstraße: „Wir verniedlichen nichts“

DRK Flüchtlingsunterkunft Nothmannstraße / Nothmannstraße 01.jpg
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Die DRK-Flüchtlingsunterkunft an der Uelzener Nothmannstraße: Hier wurde im November 2015 eine Fünfjährige missbraucht. Täter und Opfer leben weiter unter einem Dach – friedlich, wie die Betreiber betonen.

tm Uelzen. Nach den sexuellen Übergriffen auf ein fünfjähriges Mädchen in der Flüchtlingsunterkunft an der Nothmannstraße im November leben das Opfer und die Täter, zwei acht- und zwölfjährige Jungen, weiter in der Unterkunft:

„Es hat viele Gespräche mit dem Jugendamt und der sozialpädagogischen Familienhilfe gegeben, die letztlich zu diesem Ergebnis geführt haben“, erklärt DRK-Geschäftsführer Heinz Meierhoff gegenüber der AZ.

Dass man den Vorfall, der sich bereits im November ereignete, nicht in die Öffentlichkeit gebracht habe, sei alternativlos gewesen: „Das durften wir gar nicht bekannt machen, schließlich handelt es sich sowohl beim Opfer als auch bei den Tätern um Kinder. Deswegen ist Vertraulichkeit richtig und auch notwendig.“ Der Übergriff sei keinesfalls verharmlost worden: „Im Gegenteil, dieser Fall ist hochprofessionell abgearbeitet worden.“

Meierhoff weist Vorwürfe eines ausscheidenden Mitarbeiters der Unterkunft zurück, nach denen es unter den Flüchtlingen immer wieder zu Gewaltausbrüchen käme: „An der Nothmannstraße haben wir keine außergewöhnliche Situation, natürlich kommt es hin und wieder zu Konflikten, wenn so viele Menschen verschiedener Kulturkreise zusammenleben“. Unter dem Strich aber könne man die Polizeieinsätze an einer Hand abzählen. Und: „Wir verniedlichen da nichts, wenn etwas passiert, informieren wir konsequent die zuständigen Behörden.“

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