Nach Nein vom Friedhofsverband will Stadt Uelzen mit „RuheForst“ kooperieren

Plan B für Waldbestattungen

+
Urnenbestattungen im Uelzener Stadtwald? Erneut werden die Möglichkeiten dazu ausgelotet.

Uelzen. Die Zusammenarbeit mit dem Friedhofsverband hatte für die Stadt Uelzen oberste Priorität, wenn es um die Ausweisung eines Waldstücks geht, in dem Baumbestattungen zulässig sein sollen.

Wie berichtet, hatte der Friedhofsverband Ende vergangenen Jahres jedoch nach einigem Hin- und Herkalkulieren verkündet, für den Betrieb eines solchen Bestattungswaldes nicht zur Verfügung zu stehen: zu hohe Kosten, zu hohes Risiko, so der Tenor. Die Stadt Uelzen hat sich daher Plan B vorgenommen.

„Vorgabe der Politik war es, möglichst auf einer stadteigenen Fläche gemeinsam mit dem Friedhofsverband ein solches Projekt zu realisieren“, erklärt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull auf AZ-Nachfrage. Nach dem Nein des kirchlichen Verbands stehe man nun vor zwei Möglichkeiten: 1. Die Stadt Uelzen könnte Träger eines Ruhewaldes sein und ihn auch betreiben. 2. Die Stadt Uelzen stellt einem anderen professionellen Betreiber eine Waldfläche zur Verfügung und sorgt für die Verkehrssicherung.

Weil die erste Möglichkeit beinhalten würde, dass geschultes Personal für Führungen und Erläuterungen rund um Baumbestattungen vorgehalten wird und mit relativ hohem Aufwand, so Scheele-Krogull, Werbung betrieben werden müsste, habe man sich für die zweite Möglichkeit entschieden: Am 16. Januar werde die Stadt Uelzen ein Gespräch mit der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsens führen, um den Betrieb einer Ruhewald-Fläche im Uelzener Stadtwald auszuloten. Die LWK wiederum kooperiert mit der RuheForst GmbH, einem bundesweiten Betreiber von Waldfriedhöfen.

Den Kontakt zwischen RuheForst GmbH und Stadt Uelzen gab es schon einmal, er wurde dann aber zugunsten der Verhandlungen mit dem Friedhofsverband auf Eis gelegt. „Jetzt greifen wir das wieder auf“, so Scheele-Krogull, „und wir werden mit der RuheForst genau die Punkte besprechen wie mit dem Friedhofsverband: Welche Entgelte müssen gezahlt werden? Welchen Aufwand gibt es und wofür? Wer kann welche Zuständigkeiten übernehmen?“ Auf Grundlage der daraus resultierenden Ergebnisse müsse dann die Stadtpolitik eine Entscheidung treffen.

Für den Stadtbaurat ist klar, dass diese Entscheidung bis zum Frühjahr fallen und der Betrieb eines Bestattungswaldes noch dieses Jahr beginnen muss. Denn Experten zufolge wird der Markt bald gesättigt sein. „Um uns herum werden an immer mehr Orten Waldbestattungen möglich. Der Druck ist da. Aber im Moment besteht für den Raum Uelzen noch eine gute Möglichkeit, diese Art der Bestattungen zuzulassen.“ Neben der Initiative der Stadt Uelzen gibt es laut Scheele-Krogull auch in Holdenstedt Bestrebungen eines privaten Waldbesitzers, einen Ruhewald einzurichten, und in Kirchweyhe Überlegungen seitens der Kirche, einen Ruhewald anzubieten.

Kommentare