Nach der dramatischen Rettung im Besenthal-Silo / Firmenchef: „Haben Riesenglück gehabt“

Nach der dramatischen Rettung im Besenthal-Silo – Firmenchef: „Haben Riesenglück gehabt“

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Mit 64 Einsatzkräften rückte die Feuerwehr am Donnerstag auf dem Gelände der Besenthal Transport und Logistik GmbH in Westerweyhe an. In einem Getreidesilo war ein Mitarbeiter des Unternehmens von Weizen verschüttet worden.

Uelzen-Westerweyhe. Dem Mann, der am Donnerstag mehr als fünf Stunden in einem Getreidesilo von losem Weizen eingeschlossen war, gehe es gut, berichtet Geschäftsführer Christian Besenthal.

Der 53-Jahre alte Mitarbeiter der Besenthal Transport und Logistik GmbH in Westerweyhe sei noch zur Beobachtung im Krankenhaus, so der Firmenchef.

An jenem Nachmittag spielten sich dramatische Szenen im Getreidespeicher ab, berichtet Besenthal. „Wir haben Riesenglück gehabt.“ Der Mitarbeiter sei zu routinemäßigen Reinigungsarbeiten von einem Kollegen in die so genannte Getreideboxé abgeseilt worden. Bei der Aktion sei ihm wohl ein Thermometer entglitten. Das habe er dann aus dem Auslauf wieder herausholen wollen, sagt Christian Besenthal. Plötzlich sei der Weizen ins Rutschen gekommen und habe den Mann buchstäblich begraben. „Bis zur Nasenspitze stand er im Getreide.“ Weizen laufe wie Wasser, so der Experte. „Da kommt man auch nicht alleine heraus. So etwas hätte ich mir nie träumen lassen.“

Geistesgegenwärtig sei der zweite Mitarbeiter in der Getreideboxe runter zu seinem Kollegen und habe ihm den Kopf freigelegt, berichtet der Geschäftsführer. Als er kurz darauf erfährt, was passiert ist, ruft Besenthal gegen 17.40 Uhr die Feuerwehr.

Für die gestaltete sich die Rettung schwierig, „Wir mussten unsere Gerätschaften über die Treppe auf den 15 Meter hohen Steg tragen, um in das Silo zu gelangen“, sagt Christoph Paul, Sprecher der Uelzener Feuerwehr. Mit einem so genannten Einsatzgerüstsystem, das sie um den teilweise verschütteten Mann aufbauten, verhinderten sie weiteres Nachrtuschen des Weizens. Erst so konnten sie den Besenthal-Mitarbeiter nach und nach aus dem Getreide befreien. Um 22.37 Uhr war der Mann gerettet.

Die Mitarbeiter hätten bei dem Reinigungseinsatz alles richtig gemacht. Es sei eine Verkettung von unglücklichen Umständen gewesen, die den 53-Jährigen in die heikle Lage gebracht hätten, sagt Christian Besenthal. „Das ist noch mal so richtig glimpflich ausgegangen“, so der Geschäftsführer erleichtert.

Von Jens Schopp

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