Nach Attacken im Wald ordnet Ministerium das Einfangen des Problemwolfs an

Hund gebissen und verletzt: „Kurti“ treibt es zu weit

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„Kurti“ im Sommer 2015. Damals bekam er seinen Sender angelegt, weil er sich bereits auffällig verhielt.

Uelzen/Celle. Der sogenannte „Problemwolf Kurti“ aus dem Munsteraner Rudel ist offenbar erneut auffällig geworden: Sonntagmittag soll er den angeleinten Hund einer Familie bei einem Waldspaziergang im Landkreis Celle attackiert und verletzt haben.

Das bestätigte die Polizei der AZ. Das Niedersächsische Umweltministerium reagierte gestern prompt: „Kurti“ soll jetzt aus dem Verkehr gezogen werden. „Wir haben den Auftrag erteilt, das Tier zu betäuben und ihn in ein Gehege zu transportieren“, teilte das Ministerium gestern mit.

Zu der Annährerung bei Celle war es am Sonntag kurz nach 13 Uhr gekommen. „Dem Vater ist es gelungen, das Tier durch Stockschläge und lautes Schreien zu vertreiben“, erklärt der Celler Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Der Hund sei dann von einem Tierarzt behandelt worden, er wurde offenbar nicht schwer verletzt. Wie Helge John, Wolfsberater für die Region Celle, im AZ-Gespräch erklärt, soll sich der Wolf unmittelbar vor diesem Angriff auch einem älteren Ehepaar mit eine Hund genähert haben, ohne dass „Kurti“ das Tier attackierte. Das Ehepaar habe die Familie, dessen Hund verletzt wurde, noch warnen wollen, so John. Gestern seien darüber hinaus weitere Wolfsichtungen im Raum Celle gemeldet worden, unter anderem sei ein „Wolf mit Halsband“ einem Trecker nachgelaufen.

„Kurti“ sorgt seit Monaten niedersachsenweit für Unruhe, weil er sich immer wieder Menschen genähert haben soll und auch Schafe riss. Auch neben der Flüchtlingsunterkünft Bad Fallingbostel soll er schon genächtigt haben. Zwischenzeitlich wurde der zweijährige Wolfsrüde mit einem Peilsender ausgestattet, doch mittlerweile brach der Kontakt ab.

Wolfsberater Helge John bezeichnete die jüngsten Vorfälle als „nicht mehr hinnehmbar“. Dem schloss sich auch das Umweltministerium an: Es ordnete nach den aktuellen Erkenntnissen die „unverzügliche Entnahme“, so die Erklärung, von Kurti aus der freien Wildbahn an.

Von Thomas Mitzlaff und Norman Reuter

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