Expertin Anke Marwede vom Helios-Klinikum informiert anlässlich der aktuellen Weltstill-Woche

Muttermilch ist mehr als Nahrung

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Muttermilch dient nicht nur der Ernährung eines Babys. Schon mit der ersten Milch nach der Geburt bekommt das Baby eine riesige Menge Abwehrstoffen. Auch darüber informieren die Experten im Helios-Klinikum während der aktuell laufenden Weltstill-Woche.

Uelzen. Obwohl das Trinken von Muttermilch an der Brust eine angeborene Fähigkeit von Säuglingen ist, muss das Stillen erst erlernt werden.

Warum sich das intensive Üben lohnt, erklärt Anke Marwede, Krankenschwester und zertifizierte Stillberaterin im Helios-Klinikum Uelzen, anlässlich der aktuellen Weltstill-Woche.

Muttermilch siehe aus wie Milch, rieche wie Milch und doch sei sie einzigartig. „In Muttermilch sind alle Nährstoffe in der optimalen Menge und im richtigen Verhältnis enthalten, die ein Baby benötigt“, sagt Anke Marwede. Die Nahrung sei gut verdaulich, perfekt temperiert und hygienisch einwandfrei.

Doch Muttermilch diene nicht nur der Ernährung eines Babys. Schon mit der ersten Milch, die in den ersten zwei Tagen nach der Geburt in der Brust sei, bekomme das Baby eine riesige Menge Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger. „Damit schlürfen die Kleinen bei jeder Mahlzeit einen Cocktail, der sie schützt. Sie nehmen mit der Milch sogar Immunstoffe von durchlebten Krankheiten der Mutter auf“, weiß Marwede. Babys, die gestillt würden, litten seltener unter Atemwegs-Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen, sie seien einfach besser geschützt. Auch ihr Allergierisiko sinke. Neben den positiven Einflüssen auf die Gesundheit biete Stillen dem Säugling zudem Geborgenheit, Vertrauen und Liebe, Zuwendung sowie Hautkontakt.

Das Stillen bringe aber auch der Mutter Vorteile. „Es spart Zeit und Geld, sorgt für weniger Stress. Wenn Mütter mal länger unterwegs sind und das Baby Hunger bekommt, dann haben sie die Nahrung für das Baby immer dabei“, erklärt die Helios-Stillberaterin.

Bliebe die Frage, die viele Mütter beschäftigt: Wie lange sollte der Säugling gestillt werden? Eine allgemeingültige Antwort kann Anke Marwede nicht geben. Sie rät Müttern, ihr Baby mindestens sechs Monate voll zu stillen, dann mit der sogenannten Beikost anzufangen. „Sofern eine Mutter nicht so lange stillen kann oder möchte, brauche sie jedoch kein schlechtes Gewissen zu haben. Geeignete Säuglingsnahrung aus dem Fläschchen beeinträchtige die Gesundheit des Babys nicht: „Am Ende sind immer die Gefühle der Mutter und ihres Kindes entscheidend. Solange das Stillen beiden gefällt, kann es fortgeführt werden.“

Fragen rund um das Thema Stillen beantwortet Stillberaterin Anke Marwede zusammen mit Kolleginnen von der Geburtshilfe-Station und aus der Kinderklinik des Uelzener Krankenhauses auch im Stillcafé. Der Treffpunkt für Mütter und Schwangere lädt regelmäßig ins Helios-Klinikum (Hagenskamp 34) ein.

Von Norman Reuter

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