Hervorragende Leistungen beim Drachenbootrennen in Groß Liedern / Team „Klostergärtner Dragons“auf Platz eins

Mit Muskelkraft und ganz viel Taktgefühl

+
Leidenschaft und vollen Einsatz zeigten alle Teilnehmer, hier das Team der Justizvollzugsanstalt Uelzen.

Uelzen-Groß Liedern. Auf ihren T-Shirts steht „Die Schmerzfreien“ und „Wir rudern bis der Arzt kommt“.

Gäbe es einen Innovationspreis für das originellste Outfit beim gestrigen Drachenbootrennen auf dem Elbe-Seitenkanal in Groß Liedern, wäre dieser mit Sicherheit dem Team des DRK Kreisverbandes Uelzen verliehen worden. Zumal die Teilnehmer auch mit Blutergüssen, Prellungen und blutenden Schürfwunden an den Start gingen und bei manchem Zuschauer erstaunte bis besorgte Blicke ernteten.

„Ist natürlich alles nur gefaked“, beruhigte Teamleader Adrian Wolff, „wir hatten im Vorfeld beschlossen, etwas Auffälliges zu machen, das scheint uns wohl gelungen zu sein.“ Kann man so sagen, denn die Schminkgruppe des Jugendrotkreuzes, zu Übungszwecken auf realistische Darstellungen von Unfallverletzungen geschult, hatte ganze Arbeit geleistet.

Zweierlei lässt sich am Beispiel des DRK-Teams verdeutlichen: Beim Drachenbootrennen zählen primär Spaß und Gemeinschaft – die sportlichen Ergebnisse sind eher zweitrangig. Und der Aufdruck „Wir rudern bis der Arzt kommt“ stimmt nicht. Denn bei einem Drachenbootrennen wird gepaddelt und nicht gerudert.

Die „Schmerzfreien“ waren vom Rennen sichtlich gezeichnet.

Ein Drachenboot ist ein instabiles Gebilde: Da ein Kiel fehlt, besteht die einzige Möglichkeit zur Balance in einer gleichmäßigen Paddel-Leistung der insgesamt 16 Sportler. Kleine Korrekturen sind nur durch den Steuermann möglich, ein Trommler sorgt für den passenden Takt. Eineinhalb Tonnen Eigengewicht müssen buchstäblich auf Schlag in Bewegung gesetzt werden, weshalb es vor allem auch auf einen perfekten Start ankommt. Moderator Jürgen Kiehl stellte die Anforderungen an ein optimales Team bildhaft dar: „Man braucht Oberarme wie ein Holzfäller und das Taktgefühl der Wiener Philharmoniker, dann ist man auf jeden Fall erfolgreich.“

Zehn Teams traten in den Vorläufen auf der 280 Meter langen Strecke gegeneinander an, wobei die Sportjongleure aus Dreilingen mit den „Red Jugglers“ erstmals eine reine Damenmannschaft auf die Beine stellten. Am Ende siegten die „Klostergärtner Dragons“ aus Oldenstadt, die im Finale das Team „Handwerk Ebstorf Klink“ knapp hinter sich ließen. Im kleinen Finale um Platz drei gewannen die „Black Jugglers“, das Männerteam der Sportjongleure Dreilingen, gegen die Mannschaft der Justizvollzugsanstalt Uelzen. „Es gab einige ganz knappe Rennen. Die sportlichen Leistungen waren hervorragend“, lobte Ansgar Büsse, Vorsitzender des ausrichtenden Rudervereins Uelzen. Weitere Fotos gibt es in der Online-Galerie unter

Von Oliver Huchthausen

Kommentare