Gutachter erstellt für Einrichtung einen Entwicklungsplan / Auftrag kommt aus der Politik

Musikschule Uelzen unter „Beobachtung“

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Schlag auf Schlag soll es gehen: Struktur und Finanzen der Musikschule für Stadt und Kreis Uelzen will die Politik jetzt genauer unter die Lupe nehmen. Hintergrund ist die Erstellung eines Schulentwicklungsplans.

Uelzen-Oldenstadt. In den kommenden Monaten steht die Musikschule für Kreis und Stadt Uelzen unter „Beobachtung“.

Ein Gutachter wird sich mit der Schule befassen, an der jährlich zwischen 1000 und 1200 Kinder und Erwachsene an Instrumenten und im Gesang ausgebildet sowie in der Musiktheorie unterrichtet werden. Sein Blick wird er auf die Struktur der Einrichtung und auf die Finanzen richten, um daraus einen Schulentwicklungsplan zu erarbeiten – ein Fahrplan für die Zukunft der Musikschule. Ein erstes Abstimmungsgespräch zum Vorgehen fand am Mittwochnachmittag zwischen dem Gutachter, dem Landkreis, der Stadt Uelzen und dem Trägerverein der Musikschule statt.

Der Auftrag für den Schulentwicklungsplan kommt von der Kreispolitik (AZ berichtete), die geklärt wissen will, so formuliert es Claus-Dieter Reese, Vorsitzender der CDU/FDP/RRP-Gruppe im Uelzener Kreistag, ob die Schule in ihrer jetzigen Form „richtig aufgestellt“ ist. Auch in finanzieller Hinsicht. Die jährlichen Gelder für die Musikschule müssten auf lange Sicht gesehen so bemessen werden, dass damit die Schule auskomme, sagt Jacques Voigtländer, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Jährliche zusätzliche Finanzspritzen sollten nicht nötig werden.

Der Haushalt der Musikschule setzt sich aus den Einnahmen der Einrichtung aus dem Unterricht sowie aus Zuschüssen vom Landkreis und der Stadt Uelzen zusammen. Der Anteil der Zuschüsse von Stadt und Landkreis – für 2014 sind dies 319 000 Euro – macht rund die Hälfte des Gesamtbudgets der Einrichtung aus.

Andernorts wurden für Musikschulen auch schon Schulentwicklungspläne erstellt. Christoph Strieder, Leiter der Uelzener Musikschule, verweist auf ein ähnliches Vorgehen in Osterholz-Scharmbeck. Generelle Lösungsvorschläge für die richtige Struktur einer Musikschule gebe es nicht, erklärt Strieder. Jede Einrichtung müsse individuell betrachtet werden, weil die Angebote sich an den Gegebenheiten vor Ort orientierten. So sei die Musikschule Uelzen vor allem durch das ländliche Umfeld geprägt, wodurch gegenwärtig auch in rund 20 Außenstellen im Landkreis Unterricht erfolge. Das führe beispielsweise zu Anfahrtszeiten von Musikschullehrern. Die Einrichtung zählt derzeit etwa 30 davon – teils fest angestellt, teils Honorarkräfte.

Der Trägerverein der Musikschule begrüßt den Auftrag zu einem Schulentwicklungsplan, sagt dessen Vorsitzender Eckhard Lange. Es sei richtig und wichtig, dass man ein Papier an die Hand bekomme, mit dem zukunftsgerichtet gearbeitet werden könne, sagt Lange.

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