Das Ende schräger Töne?

1200 Schüler, 20 Lehrer: Musikschule Uelzen und ihr Konzept für die Zukunft

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Im Landkreis werden zurzeit zwischen 1000 und 1200 Kinder und Erwachsene von Musikschullehrern an Instrumenten wie dem Klavier, im Gesang und in der Musiktheorie unterrichtet.

Uelzen. Kommt es nach Misstönen zum Triumphmarsch? Die Musikschule für Stadt und Landkreis Uelzen will ab der kommenden Woche der Stadt- und Kreispolitik ein Konzept vorlegen, wie sie sich ab 1. Januar 2017 aufstellen will.

Zentrale Fragen müssen beantwortet werden: Wer ist künftig für das operative Geschäft zuständig? Und: Wie können die bis 1200 Musikschüler im Landkreis ausgebildet werden, ohne dass Landkreis und Stadt immer wieder Gelder nachschießen müssen.

Getragen wird die Musikschule zurzeit von einem Verein – er verwaltet die Finanzen, stellt Lehrer ein. Viel Verantwortung; sogar zu viel Verantwortung, findet der Verein erstmals 2014 und erklärt seinerzeit unter Vorsitz von Eckhard Lange, die Musikschule müsse auf neue Beine gestellt werden. Die Politik genehmigt zu diesem Zeitpunkt bereits angesichts knapper Kassen nur noch jährlich Zuschüsse und ist nicht mehr Willens, darüber hinaus immer wieder Finanzspritzen zu gewähren, wenn es eng wird bei den Finanzen der Schule.

Der erste Anlauf für eine neue Struktur scheitert: Über Monate wird das Konzept entwickelt, die Musikschule an die Kreisvolkshochschule Uelzen/Lüchow-Dannenberg anzugliedern. Das operative Geschäft soll von der KVHS-Verwaltung übernommen werden. Der Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg, der an der KVHS beteiligt ist, verweigert sich: Das finanzielle Risiko ist ihm zu groß. Nun ist guter Rat teuer und einfacher wird es in den Monaten nach der Klatsche für die Musikschule nicht, eine Lösung zu finden: Der Leiter der Musikschule, Christoph Strieder, erklärt seinen Rücktritt – „aus persönlichen Gründen“, wie er sagt. Zuletzt wirft im Frühjahr der Vorsitzende des Trägervereins, Eckhard Lange, das Handtuch: Viel will er zu seinen Beweggründen nicht sagen, nur soviel: Es ging um die Finanzausstattung der Musikschule.

Eine mögliche Lösung ins Spiel bringt Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz gleich nach seinem Nein zur KVHS-Variante. Auch im Nachbarkreis gibt es eine Musikschule, sie und die Uelzener könnten fusionieren. Ist das der Weg in die Zukunft?

Der kommissarische Leiter der Musikschule, Peter Mengel, will nicht vor den politischen Beratungen auf Details des neuen Konzeptes eingehen. Jörg Hacke, Mitglied des Vorstands vom Trägerverein, sagt auf AZ-Anfrage: „Ziel ist es, die Eigenständigkeit beizubehalten.“

Am Dienstag, 13. September, wird Uelzens Stadtpolitik im Ausschuss für Sport und Kultur in öffentlicher Sitzung das Konzept vorgestellt bekommen. Beratungsbeginn ist um 18 Uhr. Am 20. September ist es auch ein Tagesordnungspunkt des nicht öffentlich tagenden Kreisausschusses.

Von Norman Reuter

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