Mark Forster, Glasperlenspiel, Namika und Co. begeistern 8000 Fans am Samstag / Gewitter zieht zum Glück vorbei

Musik-Spektakel mit Blitz und Donner

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Mark Forster war der Star des zweiten Open R-Tages. Neben Hits wie „Flash mich“ und „Stimme“ präsentierte er die emotionale Ballade „Natalie“, die er für seine jüngere Schwester geschrieben hat.

Uelzen. Irgendwie hatte Johannes Oerding so eine Vorahnung. In seinem Lied „Turbulenzen“ singt er am Sonnabendnachmittag von Blitz und Donner, dabei ist der Himmel noch blau. Schon eine Stunde später wendet sich aber das Blatt.

Dunkle Wolken verhüllen die Sonne, Blitze zucken, Donnergrollen ertönt. Doch zum Glück behält Oerding nicht Recht und das Gewitter zieht am Albrecht-Thaer-Gelände vorbei. Eine 30-minütige Festival-Pause samt Regenschauer kann die gute Laune der rund 8000 Fans nicht trüben. Und wenig später scheint wieder die Sonne.

So wechselhaft wie sich das Wetter am zweiten Tag des Uelzen OpenR präsentiert, so vielfältig ist auch das musikalische Programm unter dem Motto „Neue Töne“. Der Höhepunkt des Sonnabends ist der Auftritt von Mark Forster. Mit Schirmmütze, schwarzem T-Shirt und weißen Turnschuhen bekleidet, rockt er die Bühne. „Das hier ist das erste große Open Air, bei dem wir unser neues Album ,Tape‘ präsentieren“, sagt er und spielt daraus eine ganze Reihe von Liedern. Zum Beispiel den Ohrwurm „Wir sind groß“, aber auch „Selfie“ und die emotionale Ballade „Natalie“, die er seiner jüngeren Schwester mit diesem Namen gewidmet hat. Das Lied habe er ihr vorab ins Büro geschickt und sie habe vor Rührung geweint, erzählt Forster. „Am Ende hat das ganze Büro geheult.“

Nach diesem sentimentalen Ausflug folgt im wahrsten Wortsinn ein Konzert mit Knalleffekt. Krachend feuern Konfetti- und Papierschlangen-Kanonen ihre Ladungen ins Publikum. Kaskaden aus Rauch vernebeln die Bühne und Forster spielt seine Hits „Au revoir“, „Flash mich“ und „Stimme“. Jedesmal wird aus vielen tausend Kehlen mitgesungen.

Einen tollen Auftritt feiert auch die Elektropop-Band Glasperlenspiel. Auch sie hat eine Menge Songs aus ihrem aktuellen Album „Tag X“ mitgebracht, unter anderem den Chartstürmer „Geiles Leben“. Dazu präsentieren Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg viele weitere Erfolgssongs und als Zugabe einen mitreißenden Techno-Remix von „Echt“ und „Geiles Leben“ – ein Highlight des Open R.

Für großartige Stimmung sorgt auch Johannes Oerding. Locker und sympathisch hat er das Publikum von Anfang an voll im Griff. Dabei geht er auch auf Tuchfühlung zu seinen Fans. „Man kann viel lernen von Florian Silbereisen: die Leute einzeln begrüßen“, sagt Oerding, hüpft in die Menge und schüttelt erst mal Hände. Kurz darauf setzt der mehrfache Gewinner der „Goldenen Schallplatte“ noch einen drauf und spielt zur Freude der Zuhörer seinen Megahit „Alles brennt“.

Sehr persönlich ist der Auftritt der marokkanisch-deutschen Sängerin und Rapperin Namika. Mit der Single „Lieblingsmensch“ habe sich ihr Leben vollkommen verändert, verrät sie. „Ich bin von der Wohnung auf die Autobahn gezogen, das war sehr anstrengend.“ Aber jetzt habe sie große Lust, mit den Uelzenern zu feiern. Und das macht das Energiebündel dann auch. Außer „Lieblingsmensch“ erklingen unter anderem cooler Rap und „90s Kids“, das in die Welt von Gameboys und Hubba-Bubba-Kaugummis entführt.

Ein sympathischen Eindruck hinterlässt die Newcomerin Katrin Wulff. Die Wahl-Hamburgerin mit den roten Haaren und dem sexy Outfit singt deutschen Pop mit anspruchsvollen Texten und überrascht mit einer modernen Version des Klassikers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“.

Lothar Robert Hansen alias LOT (rechts) heizte mit seiner Band den Musikfans ordentlich ein.

Ein wenig Pech mit dem Wetter hat Lothar Robert Hansen alias LOT. Fünf Stunden sind er und seine Band aus Leipzig angereist, doch wegen der Gewitterpause müssen sie ihren Auftritt mit Urban-Pop-Songs auf 20 Minuten beschränken. Trotzdem bekommen auch sie viel Applaus. Das Gleiche gilt für die Lokalmatadoren, die Hot Birds aus Uelzen. Das Trio macht den Auftakt des Konzerts, taucht in die 1950er-Jahre ein und bringt Rock‘n‘Roll- und Rockabilly-Songs von Elvis, Johnny Cash und Eddie Cochran zu Gehör. Dazu erklingen auch eigene Kompositionen wie „My black Cadillac“.

Von Bernd Schossadowski

Uelzen Open R: Impressionen vom Samstag

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