Staatsanwaltschaft will gegen „Musical greets Pop“-Konzertagentur ermitteln

Stargäste sagen ab

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Alexander Klaws (3.v.l.) und Sandy Mölling (4.v.l.) wollten mit dem „Musical greets Pop“-Ensemble auftreten – auch in Uelzen. Nachdem die Konzertagentur immer wieder kurzfristig die Shows abblies, stiegen die Künstler aus dem Programm aus.

dib Uelzen. Die Uelzener Jabelmannhalle scheint einem Betrug aufgesessen zu sein. Das gibt Geschäftsführer Ulrich Gustävel bekannt, nachdem die Show „Musical greets Pop“ für den 28. Februar abgesagt wurde und er die Miete für die Halle nicht erhalten habe.

Auch in anderen Städten ließ die „Musical greets Pop“-Agentur, die Oase Gastro und Veranstaltungs GmbH aus Freren, Anfang Februar kurzfristig Shows ausfallen. Daraufhin informierten Künstler wie der „Let’s Dance“-Gewinner 2014, Alexander Klaws, und die ehemalige „No Angels“-Sängerin Sandy Mölling darüber, „wegen Nichteinhaltung von Vereinbarungen“ aus der Show auszusteigen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück kündigt nun auf AZ-Nachfrage an, von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.

Geschäftsführerin der Oase Gastro GmbH ist Christa Wöste. Bis Juni 2013 war es noch Reinhold Wöste, der im selben Jahr wegen Betrugs, Steuerhinterziehung und Insolvenzverschleppung rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und elf Monaten verurteilt wurde, wie Volker Brandt, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, berichtet. Der 59-Jährige habe damals mit seiner vorigen Konzertagentur Palatin Music Leistungen angeboten, obwohl die Firma bereits pleite gewesen sei.

Vor vier Jahren soll es dabei um „Das große Wunschkonzert der Volksmusik“ gegangen sein.

Kurz vor den Terminen hatte Wöste die Veranstaltungen platzen lassen und mit den Vorverkaufsgeldern jeweils versucht, die Löcher von anderen abgesagten Veranstaltungen zu stopfen – und irgendwann ging es nicht mehr, erinnert sich Brandt.

Die Show „Musical greets Pop“ hat nur ein Mal stattgefunden, in Löningen. „Wegen des geringen Kartenvorverkaufs“ habe er die Tournee abgesagt, erklärt Wöste. „Im Durchschnitt sind 200 Tickets verkauft worden.“ In Uelzen seien es 160 Karten gewesen, mindestens 400 hätten es sein müssen, sagt er. „Rund 8000 Euro“ habe er durch den Vorverkauf in Uelzen eingenommen. „Die Kunden bekommen das Eintrittsgeld zurück“ – wie, werde allerdings im Moment noch geklärt. Und mit Gustävel müsse er sich noch „einigen“.

Für die Jabelmannhalle macht die Absage einen Verlust von rund 3000 Euro aus, sagt Gustävel. Wegen der Show habe er Anfragen anderer Interessierter für den 28. Februar abgelehnt. Nun würden ihm Miete und Umsatz entgehen.

Von Diane Baatani

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