Bundeseigene Gesellschaft entsorgt 500 Tonnen Chemikalien / Transport in die Heide mit Schiff und Lkws

Munster vernichtet Libyens Kampfstoffe

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In der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten in Munster wurden bereits Chemiewaffen aus Syrien verbrannt.

nre Munster/Uelzen. Die Lüneburger Heide ist der Ort, an dem Chemiewaffen aus aller Welt vernichtet werden.

2014 waren Chemiewaffen aus dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Syrien in Munster in der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung von Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten verbrannt worden. Anfang September sollen dort nun auch 500 Tonnen Chemikalien aus Libyen entsorgt werden. Das teilt der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte in einer Erklärung mit.

Die Chemikalien aus Libyen waren für die Herstellung von Nerven- und Hautkampfstoffen bestimmt. Auch ein direkter Einsatz als Waffe wäre möglich gewesen. Seit das Land 2004 dem internationalen Chemiewaffen-Übereinkommen beitrat, bemüht es sich, die Bestände aus dem Chemiewaffenprogramm des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi zu vernichten. Libyen sieht sich nicht in der Lage, die 500 Tonnen Chemikalien selbst sicher zu entsorgen, heißt es in der Mitteilung von Otte. Deshalb habe das Land die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten. Die Bundesregierung und andere Staaten hätten sich entschieden, Libyen bei der Aufgabe zu unterstützen.

Für die Entsorgung in der Lüneburger Heide werden die Stoffe von Libyen aus mit dem Schiff zunächst nach Bremen transportiert. Ein ziviles dänisches Transportschiff kommt dabei zum Einsatz. Die Stoffe lagern in 23 Containern, die in Bremen an den Bund übergeben werden. Binnen von 48 Stunden werden sie auf Lkws verladen und nach Munster gebracht. Der Transport soll keine Risiken bergen: „Es handelt sich um Stoffe, die auch in der chemischen Industrie täglich auf deutschen Straßen transportiert werden“, heißt es in der Erklärung von Otte.

Die Vernichtung der Chemikalien wird bis zu neun Monate dauern und 1,6 Millionen Euro kosten. Ein Drittel des Betrags zahlt der Bund.

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