Multikultureller Alltag

Wie Personen mit Migrationshintergrund und Einheimische in Uelzen leben und wo es Veränderungsbedarf gibt, fand der Jugendmigrationsdienst in Interviews heraus.

Uelzen - Von Diane Baatani . Sobald sie ihren Schulabschluss haben, wollen sie Uelzen verlassen. Die lokalen Unternehmen suchen Wege, um das Abwandern von Jugendlichen aus einheimischen Familien wie Familien mit Migrationshintergrund aus Uelzen zu verhindern. Dies ist ein Thema, dem Joyce Müller, Koordinatorin des Projekts „Diverse City“ beim Jugendmigrationsdienst des Christlichen Jugenddorfes (CJD) Göddenstedt, nachgeht.

Seit einem Jahr erarbeitet der Jugendmigrationsdienst eine Analyse über das Zusammenleben von Einheimischen und Migranten in Uelzen (AZ berichtete). Noch vor der Halbzeit soll es von der Theorie in die Praxis gehen. Dazu lädt der CJD zu seiner ersten Gremiumssitzung zur „Gesellschaftlichen Diversität in der Stadtentwicklung – Perspektiven für die Zukunft“ ein. An dem Treffen am Donnerstag, 6. Mai, um 19 Uhr im Ratssaal im Rathaus Uelzen können alle Interessierten teilnehmen.

Joachim Partzsch vom Amt für Bauordnung im Landkreis Uelzen wird über den demografischen Wandel in der Region referieren. Niedersachsens Integrationsbeauftragte Honey Deihimi spricht über Migration und Integration, und die bundesweite Koordinatorin Silke Gary aus Eutin wird mit Joyce Müller das Projekt vorstellen. Mit dabei sind auch Sylvia Mühring, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes, Brigitte Struck, stellvertretende Bürgermeisterin, und Christian Helms, der die Aufgabe vom ehemaligen Sozialdezernenten Christian Roßa übernommen hat. Bei diesem Anlass soll ein Vorstand für das Gremium gewählt werden.

„Diverse City“ wird durch den Europäischen Integrationsfonds gefördert. Wo in der Uelzener Gesellschaft Defizite im Miteinander zu erleben sind, das kommt in aufwändigen Interviews zutage, die Projektkoordinatorin Joyce Müller in allen Bereichen der Gesellschaft führt. Rund 50 Akteure aus der Agentur für Arbeit, Klinikum, Caritas, DRK-Kindergärten, Schulen, Stadtverwaltung, Wirtschaftsunternehmen, Politik und Kultur wurden zur Stellensituation und zum Anteil an beteiligten Migranten in den jeweiligen Feldern befragt. Außerdem interviewte Müller bereits mehr als 40 Personen mit Migrationshintergrund unter anderem zu Freizeitangeboten, Bildungsabschlüssen, Wohnsituation und Verkehrsmitteln. Dabei geht es darum, wie sie das Angebot nutzen und wo sie Änderungsbedarf sehen.

Ziel von „Diverse City“ ist, die Vielfalt an Nationalitäten in Uelzen als Chance zu nutzen, um dem Prozess der Überalterung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Bislang kristallisiert sich heraus, dass Einheimische und Migranten aus Uelzen häufig die selben Aspekte im Miteinander als Probleme erkennen, jedoch nicht unbedingt ihre Ansichten über die Ursachen übereinstimmen.

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