Identsystem für Mülltonnen wird eingeführt / Schätzung: Bis zu 10 Prozent der Mülltonnen nicht gemeldet

Mülltonnen mit Chip gegen Gebührenpreller

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Ab Anfang Oktober werden die Chips in dafür an den Tonnen vorgesehenen Ausparungen eingesetzt.

Uelzen/Landkreis. Die rund 54 000 Rest- und Biomülltonnen im Landkreis Uelzen werden in den kommenden Wochen mit einem Transponderchip und einem Behälter-Etikett ausgestattet.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (awb) führt damit ein Identifikationssystem bei der Müllabfuhr ein, mit der künftig eine sogenannte Schwarzmüllerei verhindert wird. Der awb geht davon aus, dass zwischen einem und zehn Prozent der zur Abfuhr an die Straßen gestellten Tonnen nicht angemeldet sein könnten und damit die Abfuhr damit auch nicht bezahlt würde. Frank Peters, Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Uelzen, sagt: „Es soll mit dem neuen System eine Gebührengerechtigkeit erreicht werden. “.

Ausgestattet werden sollen die Tonnen mit der Technik ab Anfang Oktober. Rund eine halbe Million Euro nimmt der Landkreis dafür in die Hand. Ein Betrag, der in den nächsten Jahren durch das System wieder in die awb-Kasse gespült werden soll. Renate König, Ingenieurin beim awb: „Wenn nur ein Prozent der Mülltonnen bisher nicht angemeldet sind, sind das 80 000 bis 90 000 Euro.“

Durch die Einführung des Systems ist jeder Abfallbehälter dem jeweiligen Grundstück eindeutig zugeordnet. Die Leerung von nicht veranlagten Behältern sei ausgeschlossen, weil auch die Abfuhrfahrzeuge mit entsprechender Technik ausgerüstet würden, erklärt Simon Goerge, Betriebsleiter des awb. Der Leerungsvorgang werde vorzeitig abgebrochen, wenn eine Tonne nicht gechippt sei. Wie Goerge erklärt, helfe das System auch dabei, schneller auf Beschwerden eingehen zu können. Werde gemeldet, dass eine Tonne nicht geleert worden sei, könne rasch nachvollzogen werden, ob eine Abfuhr in der Straße bereits erfolgte oder es Gründe für eine Nicht-Leerung gab.

Das System greift nicht unmittelbar nach dem Chippen der Tonnen. Damit offene Fragen geklärt werden können, ist der Start für den 1. Januar 2017 geplant. Unberührt bleiben von dem System die Altpapiertonnen im Landkreis, für die nicht der awb, sondern die Firmen Melosch und Formata zuständig sind.

Mit der neuen Technik für Rest- und Biomülltonnen im Landkreis wäre auch die Einführung einer Gebührenkalkulation nach Anzahl der Leerungen von Tonnen möglich. Bislang werden die Tonnen nach festen Terminen und zu festen Preisen geleert. Goerge: Eine solche Umstellung könnte perspektivisch in Betracht kommen.

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